
Die Geschichte der Bundesligateams 2026/27
Die Bundesliga der Frauen startet in die Saison 2026/27, wir erzählen die Geschichte der aktuellen Bundesliga-Teams und ihrer historischen Vorgängerinnen.
Die Zusammensetzung der ersten deutschen Bundesliga der Frauen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Vereine sind abgestiegen, aufgestiegen oder haben sich anderen Klubs angeschlossen. Bevor die Bundesliga in ihre 37. Saison startet, möchten wir deshalb auf die Historie der aktuellen Bundesligistinnen der Saison 2026/27 schauen.
Einer davon, der FC Bayern München, war schon in der allerersten Bundesliga-Saison 1990/91 dabei. Bei drei weiteren Vereinen, der Eintracht aus Frankfurt, dem VfL Wolfsburg und Bayer 04 Leverkusen, lassen sich über Vorgängervereine Linien bis zurück in diese Zeit ziehen. Und auch die anderen Vereine können zum Teil eine lange und erfolgreiche Geschichte im Frauenfußball aufweisen.
Die Entwicklung an den verschiedenen Orten im Laufe der Zeit anzuschauen, verrät viel über die Entwicklung des Fußballs der Frauen in Deutschland. Wichtig zu bedenken dabei ist, dass die Geschichte und Erfolge der Vorgängervereine, die diese mit vielfach geringeren Mitteln erreicht haben, nicht einfach von den heutigen Vereinen vereinnahmt werden sollten.
Die folgenden Grafiken zeigen links einmal alle Erstliga-Standorte der Saison 2026/27 und rechts die historische Bundesligazugehörigkeit der jeweiligen Vereine inklusive ihrer Vorläuferinnen anhand der Deckkraft der Vereins-Logos. Union und Leipzig sind aufgrund ihrer vergleichsweise kurzen Erstligazugehörigkeit daher sehr transparent kaum zu sehen, im Gegensatz zu z.B. Bayern München.


FC Bayern München
Die Frauenabteilung des FC Bayern München wurde am 7. Juni 1970 gegründet, der FCB ist aktueller Serienmeister. Da das Team nach der Gründung zwar einen Trainer und eine Betreuerin, aber noch keine Spielerinnen hatte, warb der Verein per Zeitungsannonce in der Süddeutschen um Zuwachs. Aus 70 Interessierten des ersten Sichtungstrainings wurden die ersten Spielerinnen ausgewählt.
Die Erfolge kamen früh: Ab 1972 war Bayern 19-mal in Folge Bayerische Meisterin und 1990 Gründungsmitglied der neuen Bundesliga. Zuvor standen die Finalteilnahme 1974 beim „inoffiziellen“ Goldpokal, der Gewinn der deutschen Meisterinnenschaft 1976 gegen Tennis Borussia Berlin sowie weitere Finalteilnahmen 1975, 1979, 1982 und 1985 an.

Nach dem Abstieg aus der Bundesliga Süd 1992 als Tabellenletzte dauerte es bis zur Jahrtausendwende, ehe der FCB wieder erstklassig spielte. Managerin und Vereinslegende Karin Danner, früher selbst Spielerin, hauchte dem in der Bayernliga festhängenden Team mit konsequenter Jugendarbeit neues Leben ein. „Nie mehr Bayernliga“ tönte es aus München, seit 2000/01 spielt das Team durchgängig erstklassig, mit Ausnahme der Saison 2005/06 stets in der oberen Tabellenhälfte.
Mit dem ersten DFB-Pokal-Gewinn 2012 und zwei Meisterschaften 2015 und 2016 durchbrach der FCB kurzzeitig die Wolfsburger Dominanz. Zur unumstrittenen Nummer eins Deutschlands wurden sie erst in den letzten zwei Jahren, mit wiederholtem nationalen Triple aus Bundesliga, DFB-Pokal und Supercup.
Neben sieben Bundesliga-Schalen holten die Frauen des FC Bayern bislang je dreimal DFB-Pokal und Supercup nach München. Einzig ein internationaler Titel fehlt noch, nach dem Champions-League-Halbfinale im Vorjahr ist die Hoffnung vermutlich groß.
Eintracht Frankfurt
SG Praunheim – 1. FFC Frankfurt – Eintracht Frankfurt
Die Frankfurter Eintracht hat sich auf dem dritten Tabellenplatz der 1. Bundesliga etabliert. Die SGE ist die Weiterführung des 1. FFC Frankfurt, über lange Zeit Rekordmeister und – inklusive DFB-Pokal und internationaler Titel – bis heute mit einer der größten Trophäensammlungen. Stellt man sich die Vereine als Familienstammbaum mit drei Generationen vor, ist die Familie der Frankfurter Vereine als einziges noch nie aus der 1. Bundesliga abgestiegen.
SG Praunheim
Der Anfang lag 1971 bei der SG Praunheim, die zur sportlichen Heimat mehrerer fußballspielender Bank-Mitarbeiterinnen wurde. Im Jahr 1990 startete die erste Bundesligasaison mit der SG Praunheim als Gründungsmitglied, in den folgenden Jahren etablierte sich der Stadtteilverein in der oberen Tabellenhälfte. In den Neunzigern entstand die lokale Rivalität zum FSV Frankfurt aus Bornheim, der zu dieser Zeit etwa gleichauf war.
1. FFC Frankfurt
Im Jahr 1998 machte sich die Frauenabteilung der SG Praunheim unabhängig und gründete den 1. Frauenfußballclub Frankfurt. Mit Spielerinnen wie Birgit Prinz und Nia Künzer war der neue Verein gut besetzt. Monika Staab, seit 1981 als Spielerin dabei, übernahm den Posten der Trainerin. Hier gibt es ein Legende-Verloren-Interview u.a. mit Monika Staab zur SG Praunheim und dem FFC. Staab führte die Frankfurterinnen 1998/99 sofort zum Double. Auf diesen Riesenerfolg folgten weitere: In den ersten zehn Jahren seiner Existenz gewann der FFC siebenmal die Meisterschaft. Danach allerdings nie wieder.

Es folgten durchwachsene Jahre im oberen Mittelfeld der Tabelle und personelle Umbrüche. Eine große Ausnahme war der Gewinn der Champions League 2015, bis heute der letzte große Titel eines dieser drei Frankfurter Teams.
Fusion mit Eintracht Frankfurt
Bei der Eintracht gibt es seit 2004 eine Frauenabteilung, die in den unteren Ligen spielte. Durch die Fusion mit dem 1. FFC im Jahr 2020 wurde dessen Erstliga-Spielrecht übernommen. Der ehemalige FFC stellte fortan die Frauenabteilung der Eintracht dar. Auch wenn neue Titel aufgrund der Überlegenheit Bayerns und Wolfsburgs ausblieben, konnte man sich unter Cheftrainer Niko Arnautis oben festsetzen und spielt auch in diesem Jahr wieder in der Qualifikationsrunde zur Uefa Women’s Champions League.
VfL Wolfsburg
VfR Eintracht Wolfsburg – WSV Wolfsburg – VfL Wolfsburg
Einer der erfolgreichsten deutschen und zeitweise europäischen Vereine im Fußball der Frauen ist ohne Frage der VfL Wolfsburg.
VfR Eintracht Wolfsburg und WSV Wolfsburg
Der Vorgängerverein VfR Eintracht Wolfsburg startete 1973 mit einer Frauenabteilung, einer der größten Erfolge war das Erreichen des DFB-Pokalfinales 1984, das aber Bergisch Gladbach gewann. VfR Eintracht qualifizierte sich als Meisterin der Oberliga Nord 1990 für die neu gegründete Bundesliga Nord und hielt sich dort durchgängig. Die Eintracht musste allerdings 1996 Insolvenz anmelden. Deshalb übernahm der Wendschotter SV Wolfsburg die Abteilung und es ging 1997 als WSV Wolfsburg weiter. Die eingleisige Bundesliga wurde zunächst verpasst, der Aufstieg aus der Regionalliga folgte aber ein Jahr später.
Eingliederung in den VfL Wolfsburg
Im Jahr 2003 erfolgte die Eingliederung in den VfL Wolfsburg. Vor den großen Erfolgen der späteren Jahre gab es zunächst einen Abstieg in die 2. Bundesliga. Die Wölfinnen konnten aber umgehend wieder aufsteigen. Ab der Saison 2012/13 startete die Erfolgswelle mit einem sensationellen Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions-League-Titel.
Der Gewinn des DFB-Pokals am 19. Mai 2013 war der erste von vielen Titeln und der Beginn einer langjährigen Verbundenheit mit diesem Wettbewerb. Zwischen 2015 und 2024 holte sich der VfL zehn Pokalsiege in Folge. Ein Rekord, der vielleicht für immer in den Geschichtsbüchern stehen wird. Darüber hinaus verteidigten die Wolfsburgerinnen 2013/14 Meisterschaft und Europapokal und spielten in den folgenden Jahren national und international um Trophäen mit.

Der VfL holte bislang insgesamt sieben Meisterschaften. Somit teilen sich die Wölfinnen mit dem FC Bayern München und dem 1. FFC Frankfurt aktuell den Rang als Rekordmeisterinnen der Bundesliga.
Legende-Verloren-Podcastfolge zum VfL Wolfsburg.
Bayer 04 Leverkusen
SSG 09 Bergisch Gladbach – TuS Köln rrh. – Bayer 04 Leverkusen
Nimmt man die Deutsche Fußballmeisterschaft der Frauen ab 1974 mit in die Wertung, ist allerdings nach wie vor Bergisch Gladbach mit neun Titeln deutsche Rekordmeisterin. Zwischen 1979 und 1984 gelang ihnen das sogar fünfmal in Folge. Die SSG ist bis heute somit unumstrittener Riese der ersten Stunde in Deutschlands Fußball der Frauen. Als 1981 zum ersten Mal der DFB-Pokal ausgetragen wurde, holten die Gladbacherinnen dementsprechend auch das allererste Double.

SSG 09 Bergisch Gladbach und die berühmte WM
Weitere Pokalsiege folgten. Als 1981 kein DFB-Nationalteam für die Teilnahme an der ersten Weltmeisterschaft im Fußball der Frauen in Taiwan existierte, leitete der DFB die Turniereinladung kurzerhand an die bergische Auswahl weiter. Die SSG nahm teil, ohne jegliche Unterstützung durch den Verband und kam mit dem WM-Titel zurück – das Wunder von Taipeh war vollbracht. Über diese unglaubliche Geschichte gab es neben dem Dokumentarfilm „Das Wunder von Taipeh“ vor kurzem sogar ein Musical.
TuS Köln
Natürlich war die SSG auch bei der Gründung der Bundesliga mit am Start. Der Höhenflug endete aber bald darauf: 1994 leitete der Abstieg aus der ersten Liga die Übernahme durch den TuS Köln zwei Jahre später in der Regionalliga West ein. In den 2000er-Jahren folgten mehrfach Auf- und Abstiege zwischen Verbandsliga und Regionalliga. Trotz Qualifikation für die 2. Bundesliga blieb der TuS aus organisatorischen Gründen drittklassig. Im Jahr 2008 übergab der Verein die Lizenz an Bayer 04 Leverkusen.
Als Bayer 04 Leverkusen zurück in die 1. Bundesliga
Unter der Schirmherrschaft Leverkusens ging es von 2010 bis 2017 und ab 2018 wieder zurück in die 1. Bundesliga. An die großen Erfolge des Vorgängervereins konnte Leverkusen bisher nicht anknüpfen. Die bislang beste Platzierung war der vierte Platz in der Saison 2024/25. Auch im Pokal ist außer dem dreimaligen Erreichen des Halbfinales noch kein Leverkusener Erfolg zu verbuchen. Sowohl in Bergisch Gladbach als auch beim TuS Köln gibt es mittlerweile wieder Frauenabteilungen.
1. FC Köln
Grün-Weiß Brauweiler – FFC Brauweiler Pulheim – 1. FC Köln
Wurde 1990 der Aufstieg zur Premieren-Bundesligasaison noch knapp verpasst, gelang der Coup im folgenden Jahr für die seit 1974 bestehenden Frauen von Grün-Weiß Brauweiler aus Pulheim. Noch größer waren die Schlagzeilen, als Grün-Weiß im selben Jahr als Zweitligist das DFB-Pokalfinale erreichte und Fußballgröße TSV Siegen auch prompt schlagen konnte. Bis heute ist keinem Team dieses Kunststück je wieder gelungen.
Grün-Weiß Brauweiler
Ihre sechs Jahre Bundesliga Nord konnten die Brauweilerinnen immer auf den ersten beiden Plätzen abschließen und somit wurde direkt die Qualifikation zur eingleisigen Bundesliga erreicht. Im vierten Versuch seit 1991 gab es 1997 die erste Meisterschaft. Daraus wurde in dem Jahr das Triple aus drittem DFB-Pokal-Erfolg und dem zweiten Supercup-Titel der Vereinsgeschichte. Beide Pokale hatte Brauweiler auch schon 1994 gewonnen.

FFC Brauweiler Pulheim
Zur Jahrtausendwende wurde die Frauenabteilung als Frauenfußballclub Brauweiler-Pulheim eigenständig. Die FFC-Jahre waren turbulent, das beste Abschneiden in der Bundesliga war der vierte Platz in der Saison 2000/2001. Drei Jahre später kam es bereits zum Abstieg. Der direkte Wiederaufstieg brachte kurz Hoffnung, doch 2007 und 2008 folgte der Doppelabstieg in die Regionalliga.
Wechsel zum 1. FC Köln
Im Sommer 2009 wurde das gerade aus der Regionalliga wieder in die 2. Bundesliga aufgestiegene Team vom 1. FC Köln als erstes Frauenteam innerhalb des Vereins übernommen. Der Effzeh sicherte sich dadurch das Spielrecht und trat einige Jahre zweitklassig an, ab 2015 folgten einige Auf- und Abstiege zur 1. Bundesliga. Seit 2021/22 haben sich die Kölnerinnen etabliert. Der größte Vereinserfolg des FC ist das vierfache Erreichen des DFB-Viertelfinales in den Jahren 2010, 2014, 2015 & 2023.
SC Freiburg
Spielvereinigung Wiehre 04 – SC Freiburg
Freiburg hat im vergangenen Jahr sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Die Geschichte des Freiburger Fußballs der Frauen ist eng mit der Spielvereinigung Wiehre 04 verbunden.
Spielvereinigung Wiehre 04
Im Jahr 1975 wechselten zwölf Spielerinnen von Wiehre zum frisch gegründeten Team des SC Freiburg. Entsprechend erfolgreich war Freiburg gleich zu Beginn in der Region und wurde mehrfach Südbadische Meisterin. Doch auch die SpVgg machte sich weiterhin einen Namen und gewann zwei Titel in der Südbadischen Damenliga. Auch 1985, als ein Teil der ursprünglichen zwölf Spielerinnen wieder vom SC zu Wiehre zurückwechselte. Die Frauenabteilung des SC wurde aufgelöst.
Dieses Wechselspiel gab es 1991 noch einmal. Die Spielerinnen der SpVgg Wiehre hätten als Südbadische Meisterinnen und Pokalsiegerinnen in die Bundesliga aufsteigen dürfen, aber der Verein verzichtete. Also gingen die Spielerinnen abermals zum Sportclub Freiburg, die Frauenabteilung des SC wurde neu gegründet.
SC Freiburg in der ersten Liga
Erst sieben Jahre später stieg Freiburg erstmals in die Bundesliga auf. Seitdem spielt Freiburg, mit Ausnahme von zwei Abstiegen und Wiederaufstiegen, fast ununterbrochen im Oberhaus. Der SC hat sich dabei als Talentschmiede für Spielerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Namen gemacht.

Der größte Erfolg ist das zweifache Erreichen des DFB-Pokalfinales in den Jahren 2019 und 2023, beide Male gewann jedoch Wolfsburg. Gerade 2019 gab es aber nur eine knappe 0:1-Niederlage für das Freiburger Ensemble um die (späteren) Nationalspielerinnen Giulia Gwinn, Janina Minge, Rebecca Knaak und Klara Bühl.
1. FC Union Berlin
1. FC Union Berlin – BSG Kabelwerk Oberspree Berlin – 1. FC Union Berlin
Als eine der jüngeren Mitstreiterinnen der Bundesliga hat Union Berlin tatsächlich ältere Wurzeln, als viele andere Vereine. Am 22. September 1969 trainierten erstmals Frauen auf Unioner Anlagen und spielten wenige Monate später ihre erste Partie gegen eine Jugendmannschaft. Die meisten dieser Frauen waren junge Pädagogik-Studentinnen aus dem nahegelegenen Institut für Lehrerbildung in Köpenick.
Das erste Eiserne Frauenteam existierte aber nicht lange: 1971 musste es aufgelöst werden, da Union als Leistungsclub keine Freizeitteams unterhalten durfte. In dieser Kategorie wurde 1971 auch der Fußball der Frauen als Volkssport gezählt.
Deswegen schlossen sich die Frauen der BSG Kabelwerk Oberspree an, mit der sie einige Male Berliner Meisterinnen wurden und in den DDR-Bestenermittlungen bis zur Auflösung 1990 mitspielten. Direkt im Anschluss ging es zurück zum 1. FC Union Berlin in die neue Oberliga Nordost.

Die Möglichkeit zur Saison 1991/92 Bundesliga zu spielen, wurde allerdings mit einem achten Platz verpasst. So dauerte es bis 2025, bis mit den Eisernen das erste Mal ein Verein der Bundeshauptstadt Bundesliga spielte. Bis dato konnten die Köpernickerinnen einige Male den Verbandspokal gewinnen. Nach dem Aufstiegs-Durchmarsch 2024/25 und einer soliden ersten Bundesliga-Saison auf dem neunten Platz visieren die Eisernen unter Cheftrainerin Marie-Luise Eta zukünftig höhere Ziele an.
RaBa Leipzig
Ab Sommer 2013 kickten U13-Juniorinnen im RaBa-Dress in einem Futsal-Cup, 2016 wurde eine eigene Frauen- und Mädchenabteilung gegründet und RaBa übernahm das sächsische Landesleistungszentrum für Frauen- und Mädchenfußball vom finanziell angeschlagenen Zweitligaabsteiger und aufgelösten FFV Leipzig. Beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) fand das großen Anklang.
Los gehen sollte es für RaBa in einer Spielgemeinschaft mit dem Leipziger FC 07, RaBa hatte versprochen, auf Spielerinnen aus dem Nachwuchsleistungszentrum zu setzen. Im Gegenzug ließ der Verband auf Anhieb einen Startplatz in der höchsten sächsischen Liga zu, der Landesliga 2016/17. Die Art der Abstimmung darüber wurde kritisiert, weil sportrechtliche Bedenken ignoriert wurden.
Danach löste RaBa die Spielgemeinschaft wieder auf, durfte das Startrecht jedoch behalten, obwohl nach Verbandsregularien ein neu gegründeter Verein in einer niedrigeren Liga hätte starten müssen. Auch der Startplatz im Landespokal wurde übernommen, obwohl Leipzig allein für diesen Wettbewerb ursprünglich nicht gemeldet war.
Das Team trat dann nicht mit Jugendspielerinnen an, sondern mit u.a. ehemaligen Zweitligaspielerinnen vom aufgelösten FFV Leipzig, deren Spielrecht fraglich war. Das brachte Proteste und Boykott mit sich. Es kam zum Ausschluss aus dem Pokalwettbewerb, der Wiederholung bisheriger Partien und Auflagen wie einer vorgeschriebenen Anzahl eigener Jugendspielerinnen.
Trotz dieses Starts war das Ziel bis 2021 in der 1. Bundesliga zu spielen, das wurde etwas später im Jahr 2023 erreicht. Auf dem Weg gewannen die Leipzigerinnen zwei Sachsenpokale 2019 und 2020.

In der 1. Bundesliga ist Leipzig nach drei Jahren meist im gesicherten unteren Mittelfeld unterwegs. Der größte Erfolg bisher war die Pokalsaison 2022/23, als das Halbfinale erreicht wurde, damals noch als Zweitligist. Sogar zwei gestandene Bundesligisten (Eintracht Frankfurt und SGS Essen) warf das Team aus dem Wettbewerb. Am SC Freiburg im Halbfinale kamen sie allerdings nicht vorbei.
1. FC Nürnberg
Die Nürnberger Wurzeln reichen in das Gründungsjahr der Frauenabteilung im Jahr 1988 zurück. In ihrer Premerien-Saison 1988/89 in der Kreisliga konnten die Nürnbergerinnen mit dem Erreichen des ersten Platzes und einer Tordifferenz von 112 zu 2 auf sich aufmerksam machen. Die Frauenabteilung wurde 1995 im Lauf einer Vereinsumstrukturierung zum 1. Fußball-Club Nürnberg Frauen- und Mädchenfußball e. V. ausgegliedert. Kurz vor der Jahrtausendwende 1999 wurde der Sprung aus der Bayernliga Nord in die Bundesliga geschafft, doch nach nur einer Saison stiegen die Club-Frauen wieder ab.
Es blieb vorerst bei einem Jahr Erstklassigkeit, fünf Jahre später war der FCN wieder in der Bayernliga Nord aufzufinden, mittlerweile nur mehr 5. Liga. Der Weg zurück nach oben erwies sich als zäh. Immerhin holten die Nürnbergerinnen, zu diesem Zeitpunkt Regionalligistinnen, zwischen 2013 und 2015 dreimal in Folge den Bayerischen Landespokal nach Hause.

Ganze 24 Jahre dauerte es, bis die Nürnbergerinnen 2022/23 in die 1. Bundesliga zurückkehrten, mittlerweile erneut mit der Männerabteilung des FCN zum Gesamtverein 1. FC Nürnberg fusioniert. Aber erst in der vergangenen Spielzeit 2025/26 gelang erstmals auch der Klassenerhalt, es steht also die insgesamt vierte Erstliga-Saison an.
Unter dem Motto „We never stop“ haben die Frauen des FCN im Sommer 2026 eine neue, unabhängigere Identität bekommen, inklusive neuem Logo. Vielleicht ist das der erste Schritt zu einer erfolgreichen Erstliga-Zeit der Clubberinnen.
Hamburger SV
Obwohl die Geschichte der 1970 gegründeten HSV-Frauen vergleichsweise früh begann und 1971 eine Lautsprecherdurchsage im Volksparkstadion beinhaltete, standen sie in ihren Anfangsjahren noch im Schatten der erfolgreicheren Hamburger Vereine SC Poppenbüttel, FSV Harburg und FTSV Lorbeer-Rothenburgsort. Das erste Ausrufezeichen war der Gewinn der Hamburger Meisterschaften 1975, allerdings folgte nur vier Jahre später der Abstieg aus Hamburgs höchster Spielklasse.
Nach einem sportlichen und strukturellen Neuaufbau gewann der HSV 1990 erneut die Hamburger Meisterschaften und qualifizierte sich damit für die Oberliga Nord, damals die zweithöchste Liga. Dort konnten die Rothosen sich etablieren und schafften 1997 den Sprung ins Oberhaus. Als Vizemeisterinnen der Oberliga Nord belegten sie in der Relegationsgruppe zur eingleisigen 1. Bundesliga den zweiten Platz hinter Fortuna Sachsenross Hannover. Weil die Fortuna aber aus finanziellen Gründen verzichtete, rückte der HSV nach.
Es folgten durchwachsene Jahre zwischen Regionalliga und Bundesliga. Überraschend ging es 2002 ins DFB-Pokalhalbfinale gegen den 1. FFC Frankfurt, die Hamburgerinnen mussten sich aber mit einem 0:5 mehr als deutlich geschlagen geben. Im Jahr 2012 dann der Paukenschlag: Trotz Bestplatzierung der Vereinsgeschichte, dem vierten Platz in der 1. Bundesliga, zog der Verein das Team aus finanziellen Gründen zurück. Die Frauen mussten runter bis in die Regionalliga.

Es dauerte bekanntlich dreizehn Jahre bis der HSV 2025 den Weg zurück in die höchste Liga fand, davor pendelte das Team zwischen 2. Bundesliga, Regionalliga, Oberliga und Verbandsliga. In ihrer fulminanten Aufstiegssaison 2024/25 erreichten die Hamburgerinnen zum zweiten Mal das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den Erzrivalen SV Werder Bremen. Vor der damaligen Rekordkulisse von 57.000 Fans im ausverkauften Volksparkstadion verpassten sie nur knapp den Einzug ins Finale.
TSG 1899 Hoffenheim
SG Hoffenheim/St. Leon – TSG Hoffenheim
Für kurze Zeit spielte die TSG bereits 1969/70, vor Aufhebung des Verbots des Fußballs der Frauen innerhalb des DFB. Die eigentliche Geschichte der TSG-Frauen beginnt aber erst Mitte der 2000er.
SG Hoffenheim/St. Leon
Aus den Lokalvereinen 1. FC Mühlhausen und VfB St. Leon ging eine Spielgemeinschaft hervor, die 2006/07 erstmals in der Landesliga antrat und in die Verbandsliga aufstieg. Da dort keine Spielgemeinschaften erlaubt waren, übernahm die TSG Hoffenheim ab 2007/08 das alleinige Spielrecht. 2009 eröffnete in St. Leon-Rot ein Mädchen- und Frauenförderzentrum als Ausbildungs- und Trainingsstätte.
Bis 2009/10 durchliefen die Sinsheimerinnen alle Ligen und stiegen im vierten Anlauf in Folge in die 2. Bundesliga auf. Nach drei Jahren Zweitklassigkeit folgte der Sprung ins Oberhaus. Die Gewöhnung dauerte, einige Jahre kämpfte die TSG im Tabellenkeller um den Klassenerhalt. Ab 2018/19 ging es bergauf: nach Platz sechs schnupperte die TSG kurz am Pokalerfolg, verlor das erstmals erreichte Halbfinale aber gegen den SC Freiburg.
Danach folgten die bislang erfolgreichsten Saisons mit zwei dritten Plätzen in Serie, 2020/21 bedeutete das: Champions League! Als Debütant gelang die Qualifikation für die neue Gruppenphase. Gegen Giganten wie Arsenal und Barcelona reichte es nur zu Platz drei, die kurze Europareise 2021/22 endete dort.

In den letzten Jahren hat die TSG ihren Top-3-Anspruch abgegeben, sich aber in der oberen Tabellenhälfte etabliert. Auch im Pokal fehlt weiterhin der große Wurf: 2024/25 erreichte man nach einem sensationellen Viertelfinalsieg gegen den VfL Wolfsburg immerhin das Halbfinale, gegen München gab es trotz zwischenzeitlicher Zwei-Tore-Führung eine bittere 2:3-Niederlage in der Nachspielzeit.
SV Werder Bremen
In der Deichstadt gab es einen ersten kurzen Ausflug in den Fußball der Frauen ab 1970. Diese erste Generation von Werderanerinnen gewann 1974 die Bremer Meisterschaft, was ihnen einen Platz bei der ersten deutschen Meisterschaft im selben Jahr einbrachte. Die Teilnahme war allerdings erfolglos und kurze Zeit darauf war auch das erste Kapitel des Frauenfußballs an der Weser passé.
Nach einem Jahr Vorbereitungszeit inklusive Sichtungstrainings von jungen Talenten wurde mehr als dreißig Jahre später, im Jahr 2007, ein Neuanfang gewagt. In den Händen der neuen Verantwortlichen Birte Brüggemann ging es 2007/08 in der Verbandsliga los. Binnen zwei Jahren war der direkte Durchmarsch in die damalige 2. Bundesliga Nord perfekt. Der Sprung zur Erstklassigkeit dauerte allerdings noch sechs Jahre.
In der 1. Bundesliga festsetzen konnten sich die Bremerinnen erst im dritten Versuch: Seit dem dritten Aufstieg 2019/20 hat sich Bremen in der ersten Liga etabliert. Die Platzierungen verbesserten sich konstant, zuletzt war 2025/26 der sechste Platz neuer Rekord. Bremen überwinterte sogar auf einem sensationellen dritten Platz und träumte vom europäischen Fußball.

In bester Erinnerung wird die Pokalsaison 2024/25 in Bremen bleiben: Im ausverkauften Volksparkstadion im Nordderby gegen den HSV schossen Sophie Weidauer und Verena Wieder die Bremerinnen in der Verlängerung ins DFB-Pokal-Finale. Auch wenn die Trophäe schlussendlich in einem offenen Schlagabtausch an Bayern München verloren wurde, das Erlebnis bleibt wohl allen Werder-Fans lange Zeit im Herzen.
VfB Stuttgart
VfB Obertürkheim – VfB Stuttgart
Beim VfB Obertürkheim am östlichen Rand Stuttgarts wurde nach eigener Aussage schon 1974 Fußball von Frauen gespielt. Für diese Anfangszeit finden sich kaum handfeste Belege, erst 1994 wurde die Abteilung offiziell gegründet.
VfB Obertürkheim
Diese entwickelte sich zu einer Größe in der Region: Das erste Frauenteam legte ab den 2000er Jahren stetige Aufstiege hin, die sie über die Jahre von der Bezirksliga im Jahr 2019 schließlich bis in die Regionalliga führten. Nach der Saison 2021/22 folgte der Abstieg zurück in die Oberliga Baden-Württemberg.

Parallel wurde beim VfB Stuttgart im Mai 2021 erstmals eine Frauenabteilung formal gegründet, es gab eine Kooperation mit Obertürkheim. Der Spielbetrieb startete mit der Übernahme des Spielrechts der ersten beiden Teams des VfB Obertürkheim aber erst zur Saison 2022/23.
Kooperation mit dem VfB Stuttgart
Im ersten Jahr belegte der VfB Stuttgart den zweiten Platz in der Oberliga, 2023/24 folgte dann der Aufstieg in die Regionalliga. Von dort gelang der direkte Durchmarsch in die 1. Bundesliga. Dabei standen von Anfang an immer wieder die Transfers im Fokus, weil Spielerinnen aus höherklassigen Ligen verpflichtet wurden.
Spielten die VfB-Frauen ursprünglich auf einem Nebenplatz des Neckarstadions, zieht man nun mit dem Bundesligaaufstieg in das Stadion der Stuttgarter Kickers auf der Waldau um, das ca. 11.000 Zuschauer*innen fasst.
Beim VfB Obertürkheim besteht inzwischen wieder ein erstes Frauenteam, das aus der ehemaligen Drittvertretung entstand. Dieses stieg 2026 in die Landesliga auf und konnte darüber hinaus den Bezirkspokal gewinnen. Unterdessen blickt man beim VfB der ersten Saison im Oberhaus hoffnungsvoll entgegen.
1. FSV Mainz 05
TSV Schott Mainz – 1. FSV Mainz 05
Die Mainzerinnen spielen zur Saison 2026/27 zum ersten Mal in ihrer Geschichte in der höchsten Spielklasse. Eine Frauenabteilung hatte es erstmals zwischen 1970 und 1973 gegeben, mit Marianne Hartel, einer Spielerin aus der Zeit, hat Mara ein Interview geführt. Nach der Auflösung passierte lange nichts, bis der 1. FSV Mainz 05 im April 2022 den Beginn einer Kooperation mit dem TSV Schott ab dem kommenden Sommer ankündigte. Mainz 05 war damit in der Saison 2021/22 der letzte von den zu der Zeit in der Bundesliga der Männer vertretenen Vereine, der in den Fußball der Frauen (wieder) einstieg.
TSV Schott Mainz
Die Frauenabteilung im Fußball des Breitensportvereins TSV Schott wurde im Jahr 2009 gegründet. Leistungstechnisch war das Team der fünftklassigen Bezirksliga Rheinhessen bald weit voraus, was sich in extremen Torverhältnissen wie z. B. einem 247:1 aus der Saison 2011/12 widerspiegelte.
So legten die Mainzerinnen des TSV von 2011 bis 2016 einen beeindruckenden Durchmarsch bis zur 2. Bundesliga hin, in der man sich drei Jahre lang halten konnte. Nach dem Abstieg in die Regionalliga Südwest im Jahr 2018 spielte Schott regelmäßig oben mit, jedoch ohne den Wiederaufstieg zu schaffen. Der größte Erfolg im DFB-Pokal im Trikot des TSV war das Erreichen der zweiten Pokalrunde 2014/15, wo man gegen den FC Bayern München mit 1:7 ausschied.
Kooperation mit dem 1. FSV Mainz 05
Ab der Saison 2023/24 übernahm der 1. FSV Mainz 05 die Teams und das Regionalliga-Startrecht von Schott. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga wurde zunächst in der Relegation gegen den VfL Bochum verpasst. In der folgenden Saison jedoch fiel die Relegation durch die Aufstockung der 2. Bundesliga weg und Mainz stieg als Meister auf. Seitdem nutzen die Mainzerinnen für ihre Heimspiele das Bruchwegstadion, in dem die Männer des FSV bis 2011 spielten.

Auch den Mainzerinnen gelang wie dem VfB Stuttgart 2025/26 der direkte Durchmarsch in die 1. Bundesliga, das Team belegte nach einer furiosen zweiten Saisonhälfte mit acht Siegen am Stück den zweiten Platz hinter dem VfB Stuttgart. Die Rheinhessinnen freuen sich jetzt auf ihre Erstligapremiere.
Mitarbeit an diesem Artikel:
Text & Recherche: Sandra Kreiner, Franziska Blendin & Adrian Leppla
Grafiken Karten: Adrian Leppla
Bildredaktion: Sandra Kreiner & Annika Becker
Textredaktion: Annika Becker
Instagram: Sophia Brauner
Beitragsbild: Canva, Annika Becker

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Nein. Ich habe zur Erklärung einen Satz in den Artikel eingefügt: Die Grafiken zeigen links einmal alle Erstliga-Standorte der Saison 2026/27 und rechts die historische Bundesligazugehörigkeit der jeweiligen Vereine inklusive ihrer Vorläuferinnen anhand der Deckkraft der Vereins-Logos. Union und Leipzig sind aufgrund ihrer vergleichsweise kurzen Erstligazugehörigkeit daher sehr transparent kaum zu sehen, im Gegensatz zu z.B. Bayern München.