Violetter Hintergrund, davor der Umriss des afrikanischen Kontinents und des Pokals des Women's Africa Cup of Nations, daneben die Flaggen aller 16 teilnehmenden Länder von 2026 als kreisrunde Icons.

Afrika-Cup 2026: Vorschau Viertelfinale und Rückschau Gruppenphase

Der Women’s Africa Cup of Nations 2026 geht am Wochenende ins Viertelfinale. Zeit für eine Bestandsaufnahme: Wer darf hoffen, wo läuft’s unrund und wer ist raus?

Beim Afrika Cup 2026 ist sowohl auf als auch neben den Plätzen schon jetzt so viel passiert, dass man kaum hinterherkommt. Werfen wir zuerst einen Blick auf die anstehenden Viertelfinal-Partien. Gespielt wird am Samstag und Sonntag, wer ins Halbfinale einzieht, fährt zur WM 2027 in Brasilien. Für den genauen Spielplan, die Kader und andere Dinge hier nochmal der Link auf die Turniervorschau. Weiter unten gibt’s dann ein paar Statistiken und lose Gedanken von mir zu einigen der ausgeschiedenen Teams, Leistungen einzelner Spielerinnen und dem Drumherum. Alles werde ich allein natürlich trotzdem nicht abdecken können, schreibt mir gerne in die Kommentare, wenn euch etwas besonders bewegt hat oder aufgefallen ist.

Die Viertelfinal-Paarungen

Marokko – Südafrika

Die Gastgeberinnen sind die Einzigen, die noch kein Gegentor kassiert haben, verpassten eine makellose Bilanz mit drei Siegen aber im letzten Gruppenspiel. Die Formulierung klingt vielleicht nörgelig, aber so offensiv, wie Marokko bis zum Schluss anrannte, obwohl sie das gar nicht mussten, bin ich sicher, dass sie neben dem Gruppensieg auch die perfekte Gruppenphase spielen wollten. Senegals Torhüterin Adji Ndiaye hatte da allerdings keinen Bock drauf. Sie hielt einfach alles, das von marokkanischer Seite auf ihren Kasten geflogen kam (mehr zu ihr weiter unten). Und das war eine ganze Menge: Am Ende hatte Marokko, auch aufgrund eines wiederholten Elfmeters, einen xG von 4.41! Das Spiel endete aber eben 0:0.

Interessant wird, wer gegen Südafrika im Mittelfeld Marokkos in der Startelf beginnen darf: Auf der Zehn glänzte in den ersten beiden Gruppenspielen die erst 18-jährige Kautar Azraf vom FC Barcelona B mit präzisen Pässen (Portrait über sie bei The Cutback) und verdrängte Ghizlane Chebbak. Diese begann dafür beim letzten Gruppenspiel gegen Senegal und spielte so, als wolle sie allen zeigen, dass das gefälligst immer so sein sollte.

Der Trainer bleibt Thema

Natürlich ist das eine Interpretation von außen aufgrund vorheriger Ereignisse, aber ich habe mich schon gefragt, ob das mal wieder eine dieser Situationen ist, die Jorge Vilda als Trainer unfähig ist zu moderieren? Über seine Zeit in Spanien und die Proteste von Las 15 noch vor Rubiales‘ Übergriff habe ich damals an mehreren Stellen berichtet, wir hatten darüber auch mehrfach bei uns im Podcast gesprochen.

Das marokkanische Team hat sich jedenfalls im Vergleich zum Turnier im letzten Jahr nochmals ein Stück weiterentwickelt, lässt Ball und Gegnerinnen inzwischen sehr gut laufen und wenn es darüber mal nicht in den gegnerischen Strafraum geht, wird auf Standards gesetzt. Bei der Chancenverwertung hapert es gelegentlich.

Südafrika tut sich schwer

Südafrika dagegen gibt bisher kein gutes Bild ab und musste zwischenzeitlich um das Weiterkommen bangen und kämpfen. Erst gab es die Auftaktpleite gegen Tansania und daran anschließend einen öffentlichen Streit zwischen Fans und Spielerin Bambanani Mbane, die via TikTok gegen harsche Online-Kommentare verbal zurückfeuerte und sich dann öffentlich entschuldigte. Sportlich folgte ein Unentschieden in buchstäblich letzter Sekunde gegen Côte d’Ivoire und schließlich ein knappes 1:0 gegen Burkina Faso durch Thembi Kgatlana. Auch unabhängig von den reinen Ergebnissen wirken Banyana Banyana spielerisch in der Offensive ideenlos und geraten defensiv leicht unter Druck, was sich selbstverständlich gegenseitig bedingt.

Gegen die Gastgeberinnen sind sie nach aktuellen Eindrücken die klaren Außenseiterinnen. Wenn etwas geht, dann vielleicht, weil Swart (die seit dem 2. Spieltag statt Dlamini im Tor steht) einen guten Tag erwischt und Kgatlana der lucky punch gelingt. Und die Südafrikanerinnen können aus einer langen Erfolgsgeschichte und großer Erfahrung schöpfen. So oder so solltet ihr euch ihren Hammer gegen Côte d’Ivoire anschauen, wenn ihr das Tor noch nicht gesehen habt.

Algerien – Côte d’Ivoire

Algeriens Fußball ist wenig spektakulär, bringt aber die gegnerischen Angriffsreihen durchaus mal zur Verzweiflung. In der Gruppenphase gab es nur ein einziges Gegentor gegen Marokko und das fiel erst in der 84. Minute, nachdem die Gastgeberinnen mit all ihrem Ballbesitz und trotz vieler Standardsituationen nicht zum Erfolg gekommen waren. In der Szene, im Anschluss an eine Ecke, war das Problem, dass die Algerierinnen nicht entschieden genug rausrückten, um die Torschützin Mssoudy ins Abseits zu stellen.

Gegen Kenia und Senegal gewann Algerien jeweils mit 2:0. Marine Dafeurs Freistoßtreffer zum 1:0 gegen Kenia war ein echter Hingucker. Gefahr in der Offensive Algeriens entsteht hauptsächlich über erzwungene Ballverluste bei den Gegnerinnen, mit Ball passiert eher wenig. Dafür ist Torhüterin Chloé N’Gazi auf ihrer Position eine der besten des laufenden Wettbewerbs, unspektakulär, aber technisch sauber, das könnte noch sehr viel wert sein.

Côte d’Ivoire: Vorhang auf für N’sira Safi Ouédraogo

Côte d‘Ivoire ist zwölf Jahre nach der letzten Teilnahme mit sieben Punkten aus der Gruppenphase richtig gut in Form. Die Ivorerinnen gehen als leichte Favoritinnen ins Viertelfinale. Kapitänin Bernadette Amani, die bei Bayern gerade den Sprung in die europäische Spitze gemacht hat, hat das Mittelfeld bislang mit großer Ruhe zusammengehalten.

Dazu kommen mit Grâce Sery (beide Treffer gegen Südafrika) und N’sira Safi Ouédraogo zwei der aufregendsten Nachwuchstalente des laufenden Wettbewerbs. Die 18-jährige Ouédraogo steht bereits bei zwei Toren und drei Assists und hat bei Scorerpunkten pro 90 Minuten nur die bereits ausgeschiedene Barbra Banda vor sich. Sie hat im April in Dänemark bei Nordsjælland unterschrieben, wo sie ab der kommenden Saison ihre ersten Spiele machen wird. Zu denken geben könnte die Schlussphase gegen Südafrika, als aus einem 2:0 ein noch ein 2:2 wurde.

Kamerun – Nigeria

Kamerun hat sich am zweiten Spieltag als erstes Team fürs Viertelfinale des Women’s Africa Cup of Nations 2026 qualifiziert. Die nur knapp einen Monat vor Turnierstart berufene Trainerin Valentine Nguele schonte deshalb im letzten Gruppenspiel gegen Cabo Verde gleich eine ganze Reihe ihrer Spielerinnen. Ich finde das Team nicht nur deswegen ehrlich gesagt auch nach drei Spielen schwierig einzuschätzen. Kamerun hat enttäuschende Jahre des Stillstands hinter sich und wäre ohne nachträgliche Erweiterung des Turniers sportlich nicht qualifiziert gewesen.

Gleichzeitig ist ein leichter Aufwärtstrend erkennbar, auch wenn man merkt, dass die Trainerin noch nicht viel Zeit hatte, denn ein Monat ist als Nationaltrainerin quasi nichts. Es gibt immer wieder mal Ansätze aus dem Mittelfeld heraus, die ich super finde, aber auch immer wieder komische Entscheidungen und Ungenauigkeiten. Ich denke schon, dass Kamerun es Nigeria schwer machen wird, aber fürs Weiterkommen müsste viel zusammenkommen. Wenn gegen Nigeria was geht, dann über Marie Ngah, die drei der vier Tore Kameruns erzielt hat, zwei davon per Elfmeter.

Titelverteidigerinnen: Nigerias Reaktion auf die Auftaktniederlage

Nigeria meldete sich nach der Auftaktpleite gegen Malawi im zweiten Spiel gegen Sambia zurück. Mit einigen Wechseln in der Startelf bei gleichzeitigen taktischen Anpassungen merkte man gleich, dass die Super Falcons im zweiten Gruppenspiel etwas geraderücken wollten. Sambia hätte seinerseits einfach Malawis Blaupause folgen können: Lange Bälle hinter Nigerias Kette und so, dass Torhüterin Chiamaka Nnadozie rauskommen muss. Aber stattdessen wandte Nigeria dieses Mittel gegen Sambia an.

Asisat Oshoala trag früh zum wichtigen 1:0. Gegen Ägypten gab es im letzten Gruppenspiel dann einen richtigen 6:2-Kantersieg, nach dem wackeligen Start ist Nigeria jetzt endgültig beim Turnier angekommen und hat im Gegensatz zu Südafrika aus der Auftaktniederlage gelernt. Ein anderer Faktor sind die Fans: fast egal, wo auf der Welt das Team antritt, es hat immer einen vielleicht nicht großen, aber deutlich hörbaren Fanblock am Start.

Malawi – Ghana

Malawi ist bislang das Team des Turniers. Die Debütantinnen schlugen gleich im ersten Spiel Titelverteidiger Nigeria und wurden am Ende Gruppensieger. Mit den Chawinga-Schwestern hat Malawi zwei Spielerinnen mit Top-Erfahrung, für die taz habe ich über beide geschrieben.

Dazu kommt eine klare taktische Handschrift von Trainer Lovemore Fazili, die gleichzeitig die nötige Flexibilität in der Herangehensweise für Anpassungen an die jeweiligen Gegnerinnen zulässt. Im zentralen Mittelfeld überzeugten in den Partien mit mehr Ballbesitz für Malawi Rose Kadzere und Faith Chinzimu als Taktgeberinnen.

Das macht Malawi trotz seiner herausragenden Star-Spielerinnen bislang zu einem der ausgewogensten Teams des Turniers und zu den Favoritinnen dieser Begegnung und auch für den Finaleinzug. Denn während sich die vor dem Afrika-Cup gehandelten Favoritinnen Marokko, Südafrika und Nigeria auf der anderen Seite des Turnierbaums gegenseitig rausschmeißen werden, hat Malawi es vermeintlich einfacher. In jedem Fall wird es mal eine andere Finalzusammensetzung geben als in den letzten Jahren.

Ghana mit gemischten Leistungen

Josephine Bonsu wurde nach dem ersten Gruppenspiel Ghanas gegen Kap Verde als Woman of the Match ausgezeichnet und es ist herzerwärmend, wie ihre ehemaligen Teamkolleginnen von Carl Zeiss Jena sie unter fast jedem Instagram-Posting anfeuern. Gegen Kamerun gab es für Ghana nach dem Auftaktsieg dann eine knappe 0:1-Niederlage, es war insgesamt eines der schlechteren Spiele des bisherigen Turniers mit vielen Fehlern auf beiden Seiten.

Bei der entscheidenden Partie gegen Mali um den zweiten Platz in der Gruppe lieferte Comfort Yeboah von rechts die Flanke zum 1:0, die Evelyn Badu per Kopfball versenkte (45.+5). Mali gelang noch der Ausgleich durch die eingewechselte Kadidiatou Diabaté in der 50. Minute, ihr Freistoß wurde unhaltbar abgefälscht, aber Ghana reichte das Unentschieden zum Weiterkommen. Generell ist Kameruns rechte Seite die gefährlichere, angekurbelt aus dem zentralen Mittelfeld und der Innenverteidigung mit Susan Duah und Poria Boakye.

Lose Gedanken und was außerdem passiert ist

In der Gruppenphase rausgeflogen sind Senegal, Kenia, Tansania und Burkina Faso (beide mit Achtungserfolgen im Gepäck) sowie Ägypten, Sambia, Cabo Verde und Mali. Auf ein paar von ihnen möchte ich hier zumindest punktuell eingehen.

Sportliches: Rekorde und besondere Leistungen

  • Rekordspielerin: Die 37-jährige Kamerunerin Gabrielle Aboudi Onguéné wurde beim 2:1-Auftaktsieg gegen Mali in der 87. Minute eingewechselt. Damit kam sie bereits bei der achten Endrunde eines Afrika-Cups zum Einsatz! Zum ersten Mal nahm sie 2008 teil. Onguéné stand im kamerunischen Kader, der 2016 das Finale erreichte, wurde als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet und war bei den Weltmeisterschaften 2015 und 2019 dabei.
  • Die älteste Torschützin bei einem Afrika Cup der Frauen wurde Sambias Racheal Nachula im Alter von 40 Jahren mit ihrem verwandelten Elfmeter gegen Ägypten.
  • Adji Ndiaye, Senegal: Ich habe sie oben schon kurz lobend erwähnt. Die gerade vor ein paar Tagen 20 Jahre alt gewordene Torhüterin Senegals wurde für ihre Leistung zwischen den Pfosten gegen Marokko als Spielerin des Spiels ausgezeichnet. Sie hielt auch zwei Elfmeter von Yasmin Mrabet. Ndiaye war beim ersten Versucht zu früh von der Linie gekommen, deswegen gab es eine Wiederholung – und die parierte sie auch. Sie hält zwar die Bälle (im Gegensatz zur Algerierin N’Gazi) oft nicht fest, macht das aber mit Reflexen und großer Entschlossenheit wett. Damit ist sie international in viele Fußballherzen geflogen. Kurios: Sie ist nicht nur ehemalige Stürmerin (solche Positionswechsel gibt’s ja immer wieder mal), sondern wurde für Senegals U20 bei der WM-Quali 2024 auch z.T. noch als solche eingesetzt (und traf auch). Obwohl sie zu der Zeit im Verein und im A-Nationalteam (!) als Torhüterin spielte.
  • Cabo Verdes Debüt bei einem Afrika-Cup und erstes Tordurch Eve Pereira beim 2:3 gegen Mali. Pereiras Treffer zur zwischenzeitlichen 1:1-Führung in der 36. Minute war das erste Turniertor der Verbandsgeschichte. Durch zwei Tore von Fatoumata Niakaté und Fatoumata Diarra führten die Favoritinnen aus Mali wieder. Cabo Verdes Alivia Kelly traf aber kurz vor Schluss noch zum 2:3-Endstand. Zwei Tore bei der allerersten Turnierteilnahme können sich sehen lassen, am letzten Gruppenspieltag folgte dann durch ein Unentschieden gegen Kamerun der erste Punkt!
  • Bitter für Sambia: Malawi, Nigeria und Sambia waren am Ende punktgleich. Sambia hatte die beste Tordifferenz (+6), aber wie in der Vorschau erwähnt, zählte stattdessen der direkte Vergleich. Innerhalb dessen hatten alle Teams drei Punkte geholt und dieselbe Tordifferenz. Entschieden hat am Ende deshalb die Zahl der erzielten Tore innerhalb der Spiele gegeneinander (Malawi 4, Nigeria 3, Sambia 2). Sambia flog damit trotz der mit Abstand besten Tordifferenz der gesamten Gruppe raus, weil eben die Partien gegen Ägypten (Sambia gewann 6:0) beim direkten Vergleich aus der Wertung fielen. Die Kriterien im Detail stehen bei Wikipedia, hier gibt’s eine ausführlichere Einordnung speziell zu diesem Fall. Für weitere Verwirrung sorgte, dass die Gruppentabelle auf vielen internationalen Websites, darunter auch der Kicker, fälschlicherweise nach Tordifferenz sortiert angezeigt wurden.
  • Burkina Faso feierte mit dem 2:1 gegen Tansania den allerersten Sieg der Verbandsgeschichte beim Afrika-Cup der Frauen, zuvor gab es nur ein Remis und drei Niederlagen. Adele Kabré brachte die Burkinabé kurz vor der Pause in Führung, ehe die zwischenzeitlich dezimierten Tansanierinnen durch Aisha Mnunka noch ausglichen. Erst zehn Minuten vor Schluss entschied Bilkissa Sawadogo die Partie. Fürs Viertelfinale hat es trotz des historischen Erfolgs am Ende nicht gereicht, Burkina Faso verlor das letzte Gruppenspiel gegen Südafrika knapp mit 0:1.
  • Kenia als einziges Team ohne eigenes Tor. Violet Nanjala forderte nach dem sang- und klanglosen Ausscheiden mehr Investitionen: „Wenn man sich die Teams ansieht, gegen die wir spielen, ist das Niveau dort höher als bei uns. Wenn wir uns gut vorbereiten und uns regelmäßig qualifizieren, wird es gut für uns laufen. Was den Fußball angeht, kann man uns nicht mit Marokko vergleichen. Dort wird der Frauenfußball stärker gefördert und auch wir brauchen diese Art von Unterstützung. In jedem Länderspielfenster sollten wir gute Freundschaftsspiele bestreiten, damit wir diese Erfahrung sammeln und Konstanz entwickeln können.“

Neben den Plätzen

  • Bambani Mbane, relatable. „Wenn ihr uns nicht unterstützen wollt, dann lasst es eben. Als ob sich dadurch etwas ändern würde. Ihr wollt, dass wir euch anbetteln, als wärt ihr unsere Götter. Ihr schaut ja nicht mal Fußball, ihr kennt nur Highlights, verdammte Scheiße.“ Ist es schlau, verbal gegen die eigenen Fans (zurück) zu schießen? Vermutlich in vielen Situationen nicht. Gab es Momente in meinem Leben, in denen ich gerne ein T-Shirt mit dem letzten Satz drauf angehabt hätte? Auf jeden Fall! Ein paar Tage später entschuldigte Mbane sich öffentlich.
  • Übertragungschaos. Als ich die Vorschau schrieb, waren für UK offiziell Übertragungen auf Channel 4 angekündigt. Allerdings schauten die Leute, die sich darüber gefreut hatten, dann alle in die Röhre, denn diese Ankündigung war wohl tatsächlich einfach falsch. Die CAF versuchte in den betroffenen Regionen mit YouTube-Stream Abhilfe zu schaffen, aber natürlich ist das kein Vergleich. Andere Sender, die wirklich die das Recht auf Übertragungen eingekauft haben, nutzten das (zeitweise) nicht. Update: Channel 4 hat heute (7.8.) bekanntgegeben, alle Spiele ab dem Viertelfinale zu zeigen.
  • Die Kommentatoren klangen in den ersten Turniertragen zum Teil wie grummelige Taxifahrer, die gerade im Stau stehen und das nur nebenbei machen, um dem Smalltalk im Auto zu entgehen und sonst als einzigen Sport Pétanque angucken. Inzwischen hat sich das nach meinem Eindruck deutlich verbessert.
  • Valentine Nguele ist die erste Frau überhaupt, die das kamerunische A-Nationalteam der Frauen als Cheftrainerin anleitet. Ihre Geschichte ist auch deshalb interessant, weil sie ihre ersten Schritte in der heimischen Liga gemacht hat, erst als Torwarttrainerin und dann als Cheftrainern des FC Ebolowa. Ihre Serie dort mit 16 Spielen ohne Niederlage waren einer der Gründe für Kameruns-Verbands-Präsident Samuel Eto’o, ihr den Posten als Nationaltrainerin anzubieten.
  • Diebstähle und Rassismus. Noch vor dem Turnierstart wurde mehreren Spielerinnen Nigerias, darunter Esther Okoronkwo, Rasheedat Ajibade und Asisat Oshoala, im Team-Hotel in Casablanca Bargeld aus den Zimmern gestohlen. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, gestand, musste das Geld zurückzahlen und wurde zu sechs Monaten Haft verurteilt. Nachdem Okoronkwo den Vorfall öffentlich gemacht hatte, wurde sie in sozialen Medien massiv rassistisch beleidigt. Sowohl der nigerianische Verband NFF als auch ihr Klub AFC Toronto verurteilten das deutlich. Okoronkwo selbst reagierte mit bemerkenswerter Fassung: „Hass kann Hass nicht vertreiben. Nur Liebe kann das.“

Rest in Peace

  • Möge die Erde ihr leicht sein. Die marokkanische Fußballerin Faten Ben Amar El Azizi vom Klub Maghreb Atlético Tetouan starb Anfang August 2026 beim Versuch, schwimmend die spanische Exklave Ceuta zu erreichen. Auch wenn es keinen direkten Zusammenhang zum Turnier gibt, wäre es falsch, El Azizi nicht zu erwähnen.

Beitragsbild: CAF/Canva

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Annika Becker ist freiberufliche Journalistin und berichtet u.a. für sportschau.de und die taz über den Fußball der Frauen. Sie beleuchtet regelmäßig strukturelle Themen im Sport und ist Co-Autorin zweier Videobeiträge für die Sportschau. Seit 2022 ist Becker Teil der Jury des Guardian zur Wahl der „100 best female footballers in the world“. 2024 wurde sie vom Medium-Magazin auf den 6. Platz bei den Journalist*innen des Jahres im Sport gewählt. Seit 2022 ist Becker Teil der Crew von „FRÜF – Frauen reden über Fußball“, früher podcastete sie bei der „Halbfeldflanke“ über Schalker Taktik-Unzulänglichkeiten. Sie ist auch im Radio zu hören, z.B. im DLF oder als Expertin bei der BBC. An den Wochenenden findet man sie auch privat im Stadion, Beckers Fußball-Herz schlägt für den FC Schalke 04 und die SGS Essen.

3 thoughts on “Afrika-Cup 2026: Vorschau Viertelfinale und Rückschau Gruppenphase”

  1. Großartig, vielen Dank für diese Übersicht, die so viele Aspekte des Turniers abdeckt. Bitte mehr davon vor dem nächsten Wochenende:)

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