sara Doorsoun im Trikot von Eintracht Frankfurt, sie schaut konzentriert.

UEFA Women’s Champions League 2026/27: Die Qualifikation im Überblick

Die gestrige Auslosung hat die Partien der ersten beiden Qualifikationsrunden der UEFA Women’s Champions League 2026/27 festgelegt.

Wie schon in den letzten Jahren gibt es Mini-Turniere in Gruppen, die jeweils an einem Spielort gehostet werden. Zunächst spielen je zwei Teams ein Halbfinale, dann gibt es ein Finale zwischen den Gewinnerinnen und ein Spiel um Platz drei. Nur die Gruppensiegerinnen kommen innerhalb des Champions-League-Systems weiter, die anderen können aber zum Teil auf den Europa Cup hoffen. Genauere Erläuterungen dazu unten.

Eintracht Frankfurt gegen AC Omonia Nikosia

Aus Deutschland startet Eintracht Frankfurt als drittplatziertes Team der Bundesliga in der 2. Qualifikationsrunde gegen AC Omonia Nikosia aus Zypern. Für Omonia ist es die erste Champions-League-Teilnahme überhaupt. Eigentlich hätte sich aus Zypern Aris Limassol sportlich als zweitplatziertes Team qualifiziert, der Verein erhielt von der UEFA aber keine Lizenz und so rückte Omonia nach.

Der Fußallverband Zyperns vermeldete dazu (Übersetzung mit DeepL): „Im Rahmen des Lizenzverfahrens wurde festgestellt, dass die Frauenmannschaft von Aris Limassol bestimmte sportliche Kriterien nicht erfüllt und daher die entsprechende Lizenz nicht erhalten hat. Infolgedessen wird gegen die Mannschaft von Aris eine Strafe in Form eines Punktabzugs in der zyprischen Meisterschaft der Fußballsaison 2026/2027 verhängt, sowie der Entzug des Teilnahmerechts an den UEFA-Frauenwettbewerben für die Fußballsaison 2026/2027.“

Die Liga der Frauen in Zypern, die Protathlima Gynaikon, ist mit in der abgelaufenen Saison nur fünf Teams sehr klein und wird vom Verein Apollon Ladies dominiert, der aus vorherigen Champions-League-Quali-Runden und von manchen Transfers bekannt sein dürfte. Für Apollon spielte Eleni Markou für ein Jahr, bevor es sie über Basel, Essen, Zürich und Union zur Eintracht zog. Demgegenüber ist Omonia ein unbeschriebenes Blatt, die Frauenabteilung findet auf der Homepage des Vereins quasi nicht statt.

Einige der Spielerinnen Omonias stehen regelmäßig im Kader von Zyperns Nationalteam (Liga C), zum Beispiel die Spielmacherin Elena Aristodimou, die schon in fünf verschiedenen Ländern gespielt hat und in Deutschland mal für ein halbes Jahr in Meppen gespielt hat. Oder auch die Torhüterin Constantina Kouzali.

1. Qualifikationsrunde

Halbfinalspiele: Mittwoch, 22. Juli 2026

Gruppe 1

  • AC PAOK (Griechenland) – Hapoel Katamon Jerusalem (Israel)
  • Neftçi PFK (Aserbaidschan) – ZFK Budućnost (Montenegro)

Gruppe 2

  • KÍ Klaksvík (Färöer) – Ludogorets 1945 (Bulgarien)
  • KFF Mitrovica (Kosovo) – Zimbru Chişinău (Moldau)

Gruppe 3

  • FC Pjunik (Armenien) – Wrexham AFC (Wales)
  • Glentoran (Nordirland) – Riga FC (Lettland)

Gruppe 4

  • Czarni Sosnowiec (Polen) – WFC Nike Lusso (Georgien)
  • Athlone Town (Republik Irland) – ZFK Skopje 2014 (Nordmazedonien)

Gruppe 5

  • FC Flora Tallinn (Estland) – Mġarr United (Malta)
  • Spartak Myjava (Slowakei) – Tallinn/ Mġarr

(Gruppe 5 hat nur drei Teams; Spartak Myjava (Slowakei) spielt direkt im Finale gegen den Sieger dieser Partie)

Platzierungs- und Finalspiele: Samstag, 25. Juli 2026

2. Qualifikationsrunde

Halbfinalspiele: Mittwoch, 5. August 2026

Die zweite Runde ist aufgeteilt in den Champions Path (CP) für nationale Meisterinnen und den League Path (LP) für Klubs aus durch den UEFA-Koeffizient als stärker bewerteten Ligen.

Champion Path

CP-Gruppe 1

  • FK Austria Wien (Österreich) – Hajduk Split (Koratien)
  • NS Mura (Slowenien) – Farul Constanța (Rumänien)

CP-Gruppe 2

  • SK Brann (Norwegen) – Sieger aus 1R-Gruppe 2 (KI/Mitrovica/Rasgrad/Zimbru)
  • Ferencváros (Ungarn) – Sieger aus 1R-Gruppe 1 (PAOK/Neftçi/Jerusalem/Budućnost)

CP-Gruppe 3

  • Dinamo-BSUPC Minsk (Belarus) – Servette FC Chênois Féminin (Schweiz)
  • Breiðablik (Island) – FK Aqtöbe (Kasachstan)

CP-Gruppe 4

  • SFK 2000 Sarajevo (Bosnien und Herzeogwina) – PSV Eindhoven (Niederlande)
  • RFC Union (Luxembourg) – HJK Helsinki (Finnland)

CP-Gruppe 5

  • FC Metalist 1925 Kharkiv (Ukraine) – Fenerbahçe SK (Türkei)
  • Oud-Heverlee Leuven (Belgien) – TSC Bačka Topola (Serbien)

CP-Gruppe 6

  • KS Vllaznia Shkodër (Albanien) – Sieger aus 1R-Gruppe 5 (Flora/Myjava/Mġarr)
  • Apollon LFC (Zypern) – Sieger aus 1R-Gruppe 4 (Czarni/Athlone/Nike Lusso/Skopje)

CP-Gruppe 7

  • FC Gintra (Litauen) – Heart of Midlothian (Schottland)
  • HB Køge (Dänemark) – Sieger aus 1R-Gruppe 3 (Pjunik/Glentoran/Wrexham/Riga)

League Path

LP-Gruppe 1

  • Ajax Amsterdam (Niederlande) – Brøndby IF (Dänemark)
  • Slavia Praha (Tschechien) – Rangers WFC (Schottland)

LP-Gruppe 2

  • Juventus FC (Italien) – Unión Torreense (Portugal)
  • Hammarby IF (Schweden) – KFF Apolonia (Albanien)

LP-Gruppe 3

  • Vålerenga (Norwegen) – Malmö FF (Schweden)
  • Eintracht Frankfurt (Deutschland) – AC Omonia Nikosia (Zypern)

LP-Gruppe 4

  • Sporting CP (Portugal) – SeaSters Odessa (Ukraine)
  • SKN St. Pölten (Österreich) – BSC Young Boys (Schweiz)

Platzierungs- und Finalspiele: Samstag, 8. August 2026

Bereits für die Ligaphase in der Endrunde qualifiziert

Diese Teams steigen direkt in die Champions-League-Ligaphase ein, die am 22./23. September 2026 beginnt:

  • FC Barcelona (Titelverteidigerinnen)
  • Arsenal
  • Manchester City
  • OL Lyonnes
  • Paris FC
  • FC Bayern München
  • AS Rom
  • Benfica Lissabon
  • BK Häcken (Europa Cup Siegerinnen)

Wie funktioniert die Qualifikation?

Die UEFA Women’s Champions League 2026/27 hat 18 Plätze in der Ligaphase, wer nicht direkt qualifiziert ist (siehe oben) muss sich über bis zu drei Qualifikationsrunden durchsetzen.

Das Format der Qualifikationsrunden sind wieder Mini-Turniere, deren Spielorte aktuell noch nicht feststehen: Vier Teams spielen an einem zentralen Austragungsort zunächst zwei Halbfinals. Dann folgen Finale und Platzierungsspiel. Nur die Gruppensiegerinnen kommen weiter in die 3. Qualifikationsrunde, die dann als Hin- und Rückspiele ausgetragen werden. Daraus ergeben sich dann neun Siegerinnen der dritten Qualifikationsrunde, die es in die Endrunde, nämlich die Champions League Ligaphase schaffen.

Die Qualifikation ist in zwei Pfade aufgeteilt:

Champions Path (CP): Für nationale Meisterinnen aus laut UEFA-Koeffizient schwächeren Ligen.

League Path (LP): Für Vizemeisterinnen und Drittplatzierte aus stärkeren Ligen, wie beispielsweise Eintracht Frankfurt als Drittplatzierte der Bundesliga. Im League Path gibt es nur zwei Qualifikationsrunden (Runde 2 und Runde 3), bevor es in die Ligaphase geht.

Was passiert mit ausgeschiedenen Teams? Nicht alle sind nach dem Scheitern raus aus Europa: Die Drittplatzierten der 2. Quali-Runde (sowohl CP als auch LP) kommen in die 1. Runde des Europa Cups und die Zweitplatzierten in die 2. Runde des Europa Cups. Auch Teams, die in der 3. Qualifikationsrunde scheitern, landen in der 2. Runde des Europa Cups.

Für Eintracht Frankfurt bedeutet das konkret: Nach einem Sieg gegen Omonia Nikosia ginge es im Finale des Mini-Turniers gegen die Siegerinnen aus der Partie Vålerenga gegen Malmö und bei einem weiteren Erfolg dann in die 3. Runde der Qualifikation.

In dieser würden im August dann mögliche Gegnerinnen wie Chelsea, PSG, Real Madrid, Real Sociedad, oder Inter Mailand warten. Auch der VfL Wolfsburg steigt dann in den Wettbewerb ein. Die Auslosung der 3. Qualifikationsrunde findet voraussichtlich am 11. August statt, die Hinspiele sind am 26. August und die Rückspiele am 2. September.

Beitragsbild: IMAGO/Beautiful Sports

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Annika Becker berichtet als freiberufliche Journalistin unter anderem für sportschau.de über die Bundesliga der Frauen und beleuchtet die strukturellen wie sportlichen Themen im Fußball. Seit 2022 gehört sie zur Jury des Guardian für die Wahl der „100 Best Female Footballers In The World“. Becker ist Teil der Crew von „FRÜF – Frauen reden über Fußball“, ansonsten ist als Expertin zum Beispiel im DLF oder bei der BBC zu hören - und natürlich bei "Becker & Pfeiffer - Der Fußballpodcast". An den Wochenenden findet man sie auch privat meist im Stadion, denn Beckers Fußball-Herz schlägt für zwei Ruhrgebietsvereine: den FC Schalke 04 und die SGS Essen.

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