
UEFA WM-Play-offs: Alle Partien im Überblick
Die Auslosung vom 18. Juni 2026 in Nyon hat die Paarungen für beide Runden der europäischen Play-offs zu der Qualifikation zur WM 2027 in Brasilien festgelegt. Gespielt wird in den beiden Abstellungsphasen im Oktober (7.-13.10.) und November/Dezember (26.11.-5.12.). Vergeben werden sieben WM-Tickets nach Brasilien sowie ein Platz in den interkontinentalen Play-offs. Die englische Ex-Nationalspielerin Anita Asante zog die Loskugeln.
Die sieben bestplatzierten Gewinnerinnen der zweiten Runde gemäß der Gesamtrangliste der Ligaphase fahren direkt zur WM, das achtplatzierte Gewinnerinnen-Team geht in die interkontinentalen Play-offs im Februar 2027.
Playoff-Runde 1: Weg 1
Liga-A-Teams gesetzt, Rückspiel zu Hause
Litauen – Schweden
Rumänien – Norwegen
Griechenland – England
Kroatien – Island
Kasachstan – Republik Irland
Kosovo – Österreich
Ungarn – Niederlande
Belarus – Italien
Playoff-Runde 1: Weg 2
Viertplatzierte aus Liga-A und Liga-B-Gruppensieger gesetzt, Rückspiel zu Hause
Albanien – Wales
Türkei – Slowenien
Slowakei – Ukraine
Israel – Schweiz
Belgien – Polen
Tschechien – Schottland
Nordirland – Portugal
Finnland – Serbien

Das ausgeglichenste Aufeinandertreffen ist vermutlich das zwischen Belgien und Polen, mit Tessa Wullaert (Inter Mailand) und Ewa Pajor (FC Barcelona) begegnen sich zwei besonders treffsichere Angreiferinnen. Wullaert steht aktuell bei 105 Länderspieltoren in 158 Spielen und hat in diesem Jahr zum sechsten Mal den Goldenen Schuh gewonnen, der an die beste belgische Fußballerin des Jahres verliehen wird, unabhängig davon, in welchem Land diese aktiv spielt. Demgegenüber hat die ehemalige Wolfsburgerin und aktuelle Champions-League-Siegerin Ewa Pajor 71 Treffer in 110 Länderspielen erreicht und im Vereinsfußball die größeren Erfolge eingefahren.
Runde 2
Teams aus Weg 1 gesetzt, Rückspiel zu Hause
Sieger Slowakei/Ukraine – Sieger Griechenland/England
Sieger Finnland/Serbien – Sieger Belarus/Italien
Sieger Nordirland/Portugal – Sieger Kroatien/Island
Sieger Albanien/Wales – Sieger Rumänien/Norwegen
Sieger Israel/Schweiz – Sieger Kosovo/Österreich
Sieger Tschechien/Schottland – Sieger Litauen/Schweden
Sieger Belgien/Polen – Sieger Kasachstan/Republik Irland
Sieger Türkei/Slowenien – Sieger Ungarn/Niederlande
Einschätzungen und Reaktionen
Hier deuten sich, sollten sich die Favoritinnen in der ersten Runde durchsetzen wie erwartet, einige spannende Duelle an, zum Beispiel könnte es zum Aufeinandertreffen von Portugal und Island sowie der Schweiz und Österreich kommen und wer auch immer sich zwischen Belgien und Polen durchsetzt, bekommt es dann auch noch mit Irland zu tun.
Österreichs neuer Teamchef Lars Søndergaard wird vom Verband mit dieser Reaktion zitiert: „Mit Kosovo treffen wir auf eine recht junge Fußballnation. Aber wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen. Sie haben ihre Gruppe vor Kroatien gewonnen, das ist eine starke Leistung. Wir haben großen Respekt vor den Kosovarinnen und werden sie sehr ernst nehmen. Ich glaube trotzdem, dass wir als Favorit in die Spiele gehen. In Runde zwei würde uns ein schweres Los erwarten, egal, ob sich Israel oder die Schweiz durchsetzt. Ein Nachbarschaftsduell mit der Schweiz wäre natürlich reizvoll. Das wären zwei ausgeglichene Spiele auf Augenhöhe. Mit ihren starken Leistungen zuletzt, vor allem bei der Heim-EURO, haben die Schweizerinnen wieder große Begeisterung für den Frauenfußball in ihrem Land ausgelöst. Jetzt fokussieren wir uns aber erst einmal auf die Spiele gegen Kosovo und schauen, wer uns danach erwarten würde.“
Die WM-Titel-Mitfavoritinnen aus England haben demgegenüber einen vermeintlich einfachen Weg, dort wurde das aktuelle Qualifikationsformat scharf kritisiert, nachdem klar war, dass es in der Gruppe an Spanien kein Vorbeikommen mehr gab. So sagte Sarina Wiegman: „Was mich ein bisschen enttäuscht, ist, dass wir fünf Spiele gewinnen, 15 Punkte haben, in einer Gruppe mit den Europameisterinnen spielen und uns dann trotzdem nicht [direkt] qualifizieren können.“
Anita Asante, von Nadine Keßler nach ihren Top-3 WM-Favoritinnen gefragt, nannte aus Europa neben Spanien und England auch das deutsche Nationalteam von Bundestrainer Christian Wück in diesem Kreis und außerhalb Europas die USA und Japan – die heutige Trainerin und Fernseh-Expertin versuchte sich auf eine höhere Zahl hochzuhandeln. Für den WM-Titel-Tipp legte sich die ehemalige Lioness aber selbstredend auf England fest.
So funktioniert das Format
Direkt für Brasilien qualifiziert haben sich bereits Deutschland, Dänemark, Frankreich und Spanien als Gruppensiegerinnen der Liga A. Die verbleibenden 32 europäischen Teams kämpfen in zwei Play-off-Runden um sieben weitere Direkttickets und einen Platz in den interkontinentalen Play-offs.
In Runde 1 sind die Wege getrennt: In Weg 1 treffen die Zweit- und Drittplatzierten der Liga A auf Gruppensiegerinnen und die zwei besten Zweitplatzierten aus Liga C; die Liga-A-Teams sind gesetzt. In Weg 2 stehen die Liga-A-Viertplatzierten und Liga-B-Gruppensiegerinnen den Zweit- und Drittplatzierten aus Liga B gegenüber; auch hier sind Liga-A-Teams und Liga-B-Gruppensiegerinnen gesetzt. Auf beiden Wegen bestreiten die gesetzten Teams das Rückspiel zu Hause.
In Runde 2 werden dann alle 16 Siegerinnen der ersten Runde zusammengeführt. Hier sind die Teams aus Weg 1 gesetzt und haben im Rückspiel Heimrecht. Wer am Ende nach zwei Runden und zwei Spielen im Ranking am tiefsten liegt, muss in die interkontinentalen Play-offs.
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