
Dreimal Birkholz: Deutschlands U23 gewinnt im Test gegen Belgien
Nach der 1:3-Niederlage gegen Norwegen in der Länderspielrunde und dem dadurch verpassten Final Four wollte die U23 von Cheftrainer Michael Urbansky im Testspiel gegen Belgien den Lehrgang mit einem Erfolgserlebnis beenden. Gespielt wurde in Wattenscheid im Lohrheidestadion vor 2.148 Zuschauenden.
Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute bzw. Applaus für die ehemalige Nationalspielerin und Vize-Weltmeisterin von 1995, Anouschka Bernhard, die am 15. Januar nach schwerer Krankheit verstarb. Sie war nach der aktiven Karriere auch als Trainerin erfolgreich, u.a. beim FSV Frankfurt.
Das DFB-Team startete im 4-2-3-1 mit mehreren Veränderungen in der Startelf, von denen eine erst knapp vor dem Spiel feststand. Selina Ostermeier und kurzfristig auch die eigentlich für die Startelf vorgesehene Vanessa Diehm fielen beide krankheitsbedingt aus. Für Diehm rückte Svea Stoldt in die Startaufstellung.

Aufstellung Deutschland: Laura Dick (Tor) – Lisa Baum, Julia Landenberger, Svea Stoldt, Sarah Mattner-Trembleau – Sofie Zdebel, İlayda Açıkgöz – Mara Alber, Sophie Weidauer (C), Loreen Bender – Luca Birkholz
Demgegenüber gingen die Belgierinnen, gecoacht von Kevin Bogemans, mit einem 4-3-3 in die Partie.
Aufstellung Belgien: Aude Waldbillig (Tor) – Fran Meersman, Estée D’Hooghe, Sterre Gielen, Gaëlle Nierynck – Karlijn Helsen, Margaux Martlé, Alixe Bosteels – Jasmien Mathys, Véronique Zang Bikoula, Léna Hubaut
Die DFB-Elf startete sehr aufmerksam und hatte gleich mehrere gute Aktionen in der belgischen Hälfte, vor allem Lisa Baum und Mara Alber waren auf ihrer linken Seite im Laufe der Partie immer wieder auffällig. Das 1:0 für Deutschland wurde aber von der rechten Seite vorbereitet, Sophie Weidauer setzte ihren Schuss ins linke obere Eck des Tors (12.).

Danach gab es durchaus Gelegenheiten zum 2:0, zum Beispiel köpfe Alber in der 23. Minute aus kurzer Distanz aufs Tor, aber Belgiens Keeperin Aude Waldbillig konnte parieren.
Die Gästinnen hatten es bis dahin kaum mal aus der eigenen Hälfte geschafft, am erfolgreichsten waren hier noch die Vorstöße der rechten Verteidigerin Gaëlle Nierynck. Aber in der 30. Minute wurde es dann direkt richtig gefährlich: Dieses Mal spielten die Belgierinnen sich mit sehr viel Tempo über die halblinke Seite in den Sechzehner. Véronique Zang Bikoula sollte eigentlich angespielt werden, wurde aber von Julia Landenberger gefoult und es gab Elfmeter. Karlijn Helsen verwandelte sicher gegen Laura Dick (31.).
Danach hatte Belgien eine kurze Drangphase, ohne aber so richtig gefährlich zu werden. So zimmerte Margaux Martlé in der 34. Minute aus guter Positionen ihren Schuss weit am deutschen Tor vorbei. Wenige Minuten später gab es eine längere Behandlungsphase, weil Verteidigerin Julia Landenberger am Kopf getroffen worden war und nach dieser Unterbrechung war bei den Belgierinnen die Luft raus.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hätte es sogar fast noch ein Eigentor der Young Flames gegeben, weil bei einer Flanke von Bender die Abstimmung zwischen den beiden Innenverteidigerinnen D’Hooghe und Gielen nicht stimmte.
In der Pause gab es mehrere Wechsel, für Deutschland kam Nastassja Lein anstelle von Loreen Bender in die Partie und bei Belgien kam Anisa Ademi für Margaux Martlé, außerdem kam für Torhüterin Waldbillig die zweite Torhüterin Marie Elferink ins Spiel.
Zunächst ging es ungefähr so weiter, wie die erste Halbzeit größtenteils verlaufen war: Deutschland sucht den Weg zum gegnerischen Tor – und traf in der 54. Minute dann auch zum 2:1. Luca Birkholz verwandelte aus kurzer Distanz und spitzem Winkel mit flachem Schuss auf den kurzen Pfosten der eingewechselten Elferink. Aber die Führung hielt nicht lange an, nur fünf Minuten später glich Alixe Bosteels erneut aus, dieses Mal war es ein Kopfballtor nach Flanke von Jasmien Mathys.
Auf den Ausgleich folgte eine ganze Reihe von Wechseln auf beiden Seiten und das Spiel wurde dadurch offener, es ging phasenweise munter hin und her. In der 66. Minute hatte Nastassja Lein die erneute Führung für Deutschland auf dem Fuß, wurde aber gerade noch so abgegrätscht. Und in der 80. Minute brandete kurz Jubel auf, allerdings zählte Luca Birkholz Treffer wegen eines vermeintlichen Handspiels im Vorfeld nicht.
Das ließ sie aber nicht auf sich sitzen, nur wenige Minuten später traf sie nach einem Konter zum 3:2 und untermauerte damit ihre Leistung, denn die Spielerin des SC Freiburg war die auffälligste Akteurin der zweiten Halbzeit. Aber das war noch nicht alles, denn in der Nachspielzeit schnürte sie noch ihren Dreierpack! Der Frust war auf belgischer Seite jetzt riesig.
Trotz zweier vermeidbarer Gegentore war die Partie damit ein gelungener Test für die jungen Bundesligaspielerinnen.
Beitragsbild: IMAGO/DeFodi Images.
