
So steht es in den Regionalligen: Winterpausen-Überblick
Folgenschwere Wechselfehler, Tore wie am Fließband, schwere Vorwürfe und eine herzergreifende Spendenaktion: Was ist der aktuelle Stand in den Regionalligen der Frauen in der Winterpause 2025/26 und wann wird in den fünf Staffeln wieder gespielt?
Wie ist der Aufstieg in die 2. Bundesliga 2025/26 geregelt?
Nur aus der Regionalliga Süd steigen die Erstplatzierten direkt auf (wie Anfang der Saison hier aufgeführt). Die anderen vier Regionalliga-Meisterinnen spielen eine Aufstiegsrunde aus Hin- und Rückspiel, wobei erstmals nicht festgelegt war, welche Ligen gegeneinander spielen. Stattdessen gab es Anfang September 2025 eine Auslosung, demnach treten die Vertreterinnen der Südwest-Staffel gegen die Nordost-Staffel an und die der West-Staffel gegen die Nord-Staffel. Die Regionalliga-Staffeln werden bis zum 31. Mai ausgespielt. Im Juni 2026 werden dann die Aufstiegsspiele stattfinden: Am 13. und 14. Juni die Hin- und am 20. und 21. Juni die Rückspiele.
Regionalliga West: Schwerwiegender Wechselfehler des BVB?
Die Regionalliga West ist mit 14 Teams die aktuell größte Staffel. Der 16. Spieltag findet am 15. März statt, schon vorher am 8. März wird allerdings eine Partie des 21. Spieltags zwischen Gütersloh und Köln vorgezogen. Aktuell steht Köln II an der Tabellenspitze, der BVB ist drei Punkte dahinter und konnte am letzten Spieltag vor der Winterpause gegen die Kölnerinnen nur unentschieden spielen.
Eingebrockt hat sich die ehrgeizige Borussia diese Lage durch ein Kuriosum: Es gab nämlich einen Wechselfehler gegen den SV Deutz 05 im Aufeinandertreffen Anfang September 2025. Das Trainer*innen-Team rund um Markus Högner (vormals SGS Essen) wechselte Sara Ito ein (ehemals Turbine Potsdam), die nicht auf dem Spielberichtsbogen stand. Der 3:0-Sieg wurde deshalb nachträglich als 0:2-Niederlage gewertet. Angesichts dessen, wie wenige Punkte die Kölnerinnen bisher liegenließen, könnte dieser Fehler am Ende der Saison noch ganz entscheidend sein. Dafür, dass die Dortmunderinnen am Ende doch ganz oben stehen, spricht allerdings das Torverhältnis: Der BVB hat nämlich mit Abstand die wenigsten Gegentore und gleichzeitig die meisten erzielten Tore.

Deutz 05, der SSV Rhade und der GSV Moers (als Schlusslicht) stehen auf den letzten drei Plätzen. Aufpassen muss außerdem der FSV Gütersloh knapp darüber. Der trug übrigens Anfang Januar erneut die beliebten Hallenmasters für B-Juniorinnen aus, das Turnier konnte erneut Turbine Potsdam gewinnen.
Regionalliga Nord: Holstein Kiel an der Tabellenspitze
Im Norden grüßt Holstein Kiel von der Tabellenspitze, Stürmerin Kira Hasse hat mit bislang 13 Toren aus 12 Einsätzen großen Anteil am Erfolg und ihre Marke aus dem Vorjahr (zehn Treffer) schon jetzt übertroffen. Das deutlich bessere Torverhältnis Kiels gegenüber der Konkurrenz könnte noch wichtig werden, denn die SpVg Aurich und Henstedt-Ulzburg liegen jeweils nur zwei Punkte hinter der KSV. Die Kielerinnen gewannen in der Winterpause den erstmals seit 2013 wieder ausgetragenen Nordcup und blicken somit optimistisch ins Jahr 2026 in der Regionalliga Nord.

Am Ende der Tabelle belegen der SV Hastenbeck und Victoria Hamburg die Abstiegsränge, wobei letztere punktgleich sind mit Werder II und dem FC St. Pauli, der bereits ein Spiel mehr gespielt hat. Bereits im Februar werden die noch ausstehenden Partien zwischen Aurich und Bremen II (22. Februar 2026) sowie der Victoria und dem Eimsbütteler TV (28.02.) ausgetragen. Der nächste reguläre Spieltag der aus zwölf Teams bestehenden Staffel steht dann am 8. März an.
Regionalliga Nordost: Herthas Superstürmerin mit Namensrecht
Bevor es mit der Regionalliga Nordost am 8. März richtig weitergeht, stehen eine Woche vorher zwei Nachholspiele an, nämlich zwischen Blau-Weiß Hohen Neuendorf und Union Berlin II sowie dem 1. FFV Erfurt und der Hertha. Diese steht trotz des einen Spiels weniger auf dem ersten Platz, gefolgt von Leipzig II und dem 1. FC Magdeburg, beide mit einem Punkt weniger als die Erstplatzierten.
Auf den Abstiegsrängen der Staffel mit zwölf Teams stehen Hansa Rostock und Hohen Neuendorf als Tabellenschlusslicht. Abrutsch-gefährdet und punktgleich mit Rostock ist außerdem der 1. FFC Fortuna Dresden, der sich zur Rückrunde unter anderem mit einer Rückkehrerin verstärkt hat: Die ehemalige Kapitänin Marlena Hesse steigt nach Vereinslosigkeit wieder ein und soll die Abwehr verstärken.
Im Fokus steht in der Liga aber einmal mehr Herthas Elfie Wellhausen, die wie ihre (Spitz-)Namensvetterin aus der Serie Stranger Things Superkräfte zu haben scheint: In der Spielzeit schoss Wellhausen 27 Tore in 16 Spielen, gegen Rostock traf sie gleich sechsmal innerhalb einer Partie – und das in ihrer zu dem Zeitpunkt erst zweiten Saison im Erwachsenenbereich.

Auch jetzt steht sie schon wieder bei 14 Treffern. Und natürlich hat sie die Rückennummer Elf. Die wollten ihr in der C-Jugend ihre Mitspieler streitig machen: „Damals spielte ich noch bei den Jungs und gleich mehrere Teamkollegen wollten die Elf. Da meinte mein Trainer zu mir: ‚Du musst dir keine Sorgen machen, du hast Namensrecht‘“, erzählte sie in einem Portrait auf der Hertha-Website.
Regionalliga Südwest: Gelingt Saarbrückens Rückkehr in 2. Bundesliga?
Die Regionalliga Südwest besteht aus zwölf Teams und startet ab dem 15. März wieder regulär mit dem 14. Spieltag. Schon vorher gibt es aber auch hier Nachholspiele. Am 1. März empfängt der SC 13 Bad Neuenahr den 1. FC Riegelsberg und am 8. März spielt Tabellenschlusslicht SV Ober-Olm gegen den TuS Issel.
Der 1. FC Saarbrücken steht an der Tabellenspitze und dominiert die Liga klar, mit acht Punkten Vorsprung auf die SV Elversberg auf Platz zwei – das ist der größte Vorsprung der Erstplatzierten innerhalb der Regionalligen aktuell. Nachdem der FCS in den letzten Jahren nicht am dann aufgestiegenen FSV Mainz 05 vorbeigekommen war, scheint die Rückkehr in die 2. Bundesliga nach fünf Jahren jetzt also möglich.
Zumal Lara Martin mit bisher 17 Toren in zwölf Spielen die beste Torschützin aller Regionalligistinnen der Saison 2025/26 ist. Die Mittelfeldspielerin kam im vergangenen Sommer von der Elversberger Konkurrenz. Dazu hat Saarbrücken rund um das erst 20-jährige Eigengewächs Kimberly Ruhstorfer in der Innenverteidigung eine richtig starke Defensive.

Regionalliga Süd: Das Aus des FSV Hessen Wetzlar
Eine dramatische Entwicklung gab es in der Regionalliga Süd. Die bestand zum Anfang der Saison aus 14 Teams, aber Mitte September 2025 zog der FSV Hessen Wetzlar zurück und nimmt nicht mehr am Wettbewerb teil. Dem vorangegangen waren sich monatelang zuspitzende Probleme zwischen Vereinsführung und Spielerinnen. Insgesamt verließen rund 20 von ihnen seit der Winterpause 2024/25 den Verein, zuletzt konnte Wetzlar nicht die benötigte Anzahl Spielerinnen stellen.
Einige dieser ehemaligen Spielerinnen erheben schwere Vorwürfe gegen den FSV. So soll es einen schlechten Umgang mit verdienten Spielerinnen gegeben haben und aus der Verzweiflung heraus leere Versprechungen gegenüber Neuzugängen, z.B. ist von Wohnungen und Trainingsmöglichkeiten die Rede, die es dann niemals gegeben haben soll. Eine Chronologie der Ereignisse gibt es beim Gießener Anzeiger und Abonnent*innen von mittelhessen.de können hier ein Gespräch mit Zoë Steenhuis lesen, die im vergangenen Sommer neu zum FSV kam und u.a. von einem Brand im Trainingslager mit gesundheitlichen Auswirkungen für einzelne Spielerinnen und für sie persönlich vielen Hotelwechseln bei ausbleibender Wohnung erzählt.
Folgen für die Liga
Nach dem Rückzug des FSV wurden alle Partien mit Beteiligung von Wetzlar wieder aus der Wertung genommen. Der Klub steht als Absteiger in die Hessenliga fest, wo der Verein wohl auch antreten möchte. Wie das konkret gelingen soll, scheint allerdings fraglich. Für die Regionalliga Süd bedeutet das in der Saison 2025/26 auch, dass es immer einen Verein pro Spieltag gibt, der spielfrei hat. Die übrigen drei Abstiegsplätze der Regionalliga Süd belegen in der Winterpause der FFC Wacker München, die SG Haitz und der VfL Herrenberg.
SV 67 Weinberg vor Wiederaufstieg?

Sportlich deutlich besser läuft es beim SV 67 Weinberg, mit einem Spiel weniger und dennoch zwei Punkten Vorsprung auf den zweiten Platz ist die Ausgangslage zum direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga gut. Die ehemalige Spielerin und inzwischen Cheftrainerin Julia Brückner kann sich dabei wie eh und je auf die beiden Grimm-Schwestern in der Abwehr verlassen und vorne knipst Anna Hofrichter, mit immerhin schon sieben Treffern in der Liga. Wiederanpfiff zum 15. Spieltag ist in der Regionalliga Süd bereits am 22. Februar.
Spendenaktion: „Helft uns, Ronja ein Bein zu stellen!“
Aber Fußball ist nicht alles. Unter dem Titel „Helft uns, Ronja ein Bein zu stellen!“ sammelt der SV 67 Weinberg Spenden für die junge Fußballerin Ronja, der nach einem schweren Unfall ein Teil ihres Beines amputiert wurde. Die Spenden sollen ihr Möglichkeiten geben, die über die üblichen Krankenkassen- und Versicherungsleistungen hinausgehen und sich nach ihren persönlichen Bedarfen richten, zum Beispiel eine auf Sport ausgelegte Prothese oder spezielle Mobilitätshilfen. Genauere Infos findet ihr unter dem Link der Spendenaktion in diesem Absatz. Wer von euch zufällig aus der Gegend um den Landkreis Ansbach kommt, kann sich auch schon mal vormerken, dass es im Juni oder Juli 2026 ein Benefizspiel für Ronja geben soll.
Wie geht es weiter, wenn die neue 3. Liga eingeführt wird?
Einmal quer über die Regionalligen geblickt läuft es aktuell also darauf hinaus, dass in den Aufstiegsspielen im Juni der FC Köln oder Borussia Dortmund auf Holstein Kiel treffen werden sowie der FC Saarbrücken auf Hertha BSC, während der SV Weinberg direkt aufsteigen würde. Ein Aufstieg in die 2. Bundesliga der Frauen ist in dieser und der nächsten Saison besonders wertvoll für Klubs, die ehrgeizig sind, aber von den Voraussetzungen her vielleicht nicht nach ganz oben schauen können. Ab der der Saison 2027/28 wird nämlich die neue 3. Liga eingeführt, die aus drei Staffeln mit jeweils zwölf Teams bestehen soll. Nominell ist diese als Stufe zwischen der 2. Liga und den Regionalligen gedacht, allerdings ist es den Regionalverbänden überlassen, ob sie diese weiterführen.
Laut den Lübecker Nachrichten soll sich der Süddeutsche Fußballverband bereits gegen einen Erhalt der Regionalligen entschieden haben. Dementsprechend fragen sich gerade viele Vereine auf diesem Leistungslevel, die sich häufig als Ausbildungsklubs für die ambitionierte Breite verstehen, wie es dann für sie weitergeht: Die neue 3. Liga mag wie vom DFB gepant mehr Sichtbarkeit bringen, aber wenn ein Verein es da nicht reinschafft und dann nur noch Oberliga spielen kann, ist der eigene Klub für die lokalen Sponsoren und potenzielle Nachwuchs-Spielerinnen gleich weniger attraktiv. Und strukturell könnte es ein Ungleichgewicht geben, wenn beispielsweise im Norden weiterhin eine oder mehrere Regionalligen bestehen, im Süden aber nicht. Auch auf dieses Level des Fußballs der Frauen kommen in nächste Zeit also einige Fragen zu.
Beitragsbild: IMAGO/Lobeca

@news Danke. Wusste bisher nicht, dass eine 3. Liga kommen wird.
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Wir hatten es davon im Podcast rund um den DFB-Bundestag, aber ich glaube, es ist allgemein in dem ganzen Durcheinander mit dem neuen Verband etwas untergegangen.
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