Überblick: Das steht 2026 im Fußball der Frauen an

Holt die Kalender raus: Nicht mehr lang, und der Ball rollt wieder in den Bundesligen und auch ohne Turniersommer ist richtig was los. Was bringt die zweite Hälfte der Saison 2025/26 und welche internationalen Jugendturniere stehen im Laufe des Jahres an?

Erste Bundesliga startet mit gleich zwei neuen Trainerinnen ins neue Jahr

Schon in einer Woche geht es in der 1. Bundesliga der Frauen mit dem 15. Spieltag (23.-25. Januar 2026) weiter, der ausnahmsweise ohne Montagsspiel auskommt. Den Auftakt am Freitag machen Union Berlin und Leverkusen. Während am Rhein nicht viel passiert ist, hat sich Union zahlenmäßig und zum Teil prominent verstärkt, um auf einige Verletzungen und den Saisonverlauf zu reagieren. So kam die belgische Nationalspielerin Amber Tysiak von West Ham United.

Am Samstag empfangen die Kölnerinnen den SC Freiburg und Carl Zeiss Jena bekommt es direkt mit dem VfL Wolfsburg zu tun. Bei den vier Sonntagspartien stechen heraus das Duell zwischen Frankfurt und Hoffenheim, die beide den Bremerinnen auf dem dritten Platz hinterherrennen. Die TSG hat im Winter die bisherige Wolfsburger Co-Trainerin Eva-Maria Virsinger als neue Cheftrainerin vorgestellt. Die andere besonders spannende Partie ist ein direktes Duell im Abstiegskampf: Die Hamburgerinnen spielen gegen die SGS Essen mit der neuen Trainerin Heleen Jaques.

Außerdem treffen noch Werder Bremen und der 1. FC Nürnberg aufeinander und Leipzig spielt bei Bayern München, das einen möglicherweise etwas größeren Umbruch im Sommer schon mal mit dem Abgang Lea Schüllers in Richtung Manchester United eingeleitet hat. Dafür wurde die Leihe von Edna Imade zu Real Sociedad vorzeitig beendet und für das defensive Mittelfeld wurde mit Bernadette Amani die Kapitänin der Elfenbeinküste ebenfalls aus der spanischen Liga von CD Tenerife verpflichtet.

Edna Imade im Trikot von Real Sociedad geht mit gestrecktem Bein zum Ball in der Luft und schrimt diesen mit dem eigenen Körper dabei gegen ihre Gegenspielerin ab.
Edna Imade, hier noch für Real Sciedad am Ball, im Spiel gegen Atletico am 10. Januar 2026. Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

FIFA Women’s Champions Cup, Europa Cup und 2. Bundesliga

International findet erstmal der FIFA Women’s Champions Cup statt, also der Meisterinnenpokal zwischen den sechs kontinentalen Klubmeisterinnen. In den ersten beiden Runden sind bereits Auckland United (Neuseeland) und Wuhan Jianghan University (China) rausgeflogen.

Im Halbfinale am 28. Januar spielen NJ/NY Gotham FC (USA) gegen Corinthians (Brasilien) und Arsenal (England) gegen AS FAR Rabat (Marokko). Das Spiel um Platz Drei und das Finale finden beide am 1. Februar statt, alle Partien werden in London in den Stadien von Brentford und Arsenal ausgetragen. Die Gunners haben also einen klaren Heimvorteil. Wer aus Deutschland zuschauen möchte, kann das via DAZN.

Ebenfalls am 1. Februar gespielt wird in der 2. Bundesliga. Diese kommt dann mit dem 15. Spieltag aus der Winterpause, u.a. spielen die Tabellenführerinnen aus Stuttgart gegen die SG Andernach und es gibt ein Verfolgerinnenduell zwischen Mainz 05 und Meppen. Der 26. und somit letzte Spieltag findet am 17. Mai statt.

Wieder international wird es dann Mitte Februar im UEFA Women’s Europa Cup. Im Viertelfinale trifft Eintracht Frankfurt auf den FC Nordsjælland aus Dänemark. Das Hinspiel trägt die SGE zu Hause am 11. Februar aus, eine Woche später am 18. gibt es dann das Rückspiel. Die anderen Begegnungen sind zwischen Sparta Prag und Austria Wien, BK Häcken und Breiðablik Kópavogur sowie Sporting Lissabon und Hammarby IF.

Remia Chiba führt an der Seitenlinie den Ball am Fuß, sprintet von dort nach innen, ihre Gegenspielerin kann nicht ganz mithalten, schaut fokussiert auf den Ball. im Hintergrund sichert Nicole Anyomi ab.
Remina Chiba im Laufduell mit Anissa Chibani im Achtelfinalrückspiel von Eintracht Frankfurt gegen PSV Eindhoven am 20. November 2025. Foto: IMAGO/HMB-Media

Sollte die Eintracht sich durchsetzen, träfe man im Halbfinale (24. März und 1. April) auf die Gewinnerinnen zwischen Häcken und Breiðablik. Das Finale findet ebenfalls in Hin- und Rückspiel bei den beteiligten Vereinen statt und ist für den 25. April und 2. Mai angesetzt. Es gibt nach wie vor keine übertragenden Sender, die Spiele der SGE werden im vereinseigenen Bezahl-Stream übertragen.

UEFA plant CL-Halbfinale nach wie vor an Wochenenden

In der Champions League geht es ab 11./12. und 18./19. Februar mit den Playoffs weiter, der VfL Wolfsburg trifft hier auf Juventus mit Paulina Krumbiegel. Die Wölfinnen treten zuerst zu Hause an und spielen am 12. um 18:45 Uhr in der großen Arena, das Rückspiel bei Juve ist zur selben Anstoßzeit am 19. Februar. Sollte der VfL sich durchsetzen, gäbe es danach das fast schon obligatorische Aufeinandertreffen mit OL Lyonnes im Viertelfinale.

In dieser Runde, die am 24./25. März und 1./2. April ausgetragen wird, steigt dann auch Bayern München ein, es geht entweder gegen Atletico oder Manchester United – vielleicht gibt es also ein schnelles Wiedersehen mit Lea Schüller. Das Rückspiel tragen die Münchenerinnen ebenfalls im großen Stadion aus.

In der ersten Bundesliga gibt es mit dem ersten Spieltag fünf aufeinanderfolgende Wochen Erstliga-Fußball, für die erste Pause Ende Februar und Anfang März sorgt die FIFA-Abstellungsphase, am seltsamsten ist aber der April. Hier ist die Bundesliga gleich für drei Wochen unterbrochen, weil – wie schon in den letzten Jahren – an einem Wochenende plus Montag das DFB-Pokal-Halbfinale angesetzt ist (4.-6. April).

Direkt darauf folgt eine weitere Abstellungsphase mit den beiden Länderspielen Deutschlands gegen Österreich (14. und 18. April). Und sollten deutsche Vereine bis ins Halbfinale der Champions League kommen, ist auch dieses wie in der Vergangenheit über zwei Wochenenden angesetzt (25. April und 2. Mai). Das heißt, entsprechende Partien des 23. und 24. Bundesliga-Spieltags müssten verschoben werden. FIFA und insbesondere die UEFA machen es den Ligen hier also nicht gerade einfach.

Finale Phase der Saison 2025/26

Das DFB-Pokal-Finale von Köln steht zwischen den beiden letzten Spieltagen der ersten Liga am 14. Mai (Christi Himmelfahrt) an. Die Erstliga-Saison endet dann am 17. Mai. Rund eine Woche später geht es für zwei europäische Teams am 23. Mai noch ins Champions-League-Finale von Oslo.

Blick ins Innere des Ullevaal Stadions in Oslo von einer der Tribünen-Ecken. Die unteren Sitz-Ränge sind blau, die oberen rot in den Farbtönen der norwegischen Flagge. Der Himmel ist grau und der Rasen selbst ist zwar frei, aber drumherum liegt Schnee.
Das Ullevaal Stadion von innen an einem grauen Novembertag mit etwas Schnee. Foto: IMAGO/Bildbyran

Während alle anderen schon längst im Urlaub sind, müssen die Nationalspielerinnen aber Anfang Juni zum dritten Mal in eine Länderspielphase zur WM-Quali, dann gibt es nämlich die Rückspiele gegen Norwegen (5. Juni) und in Slowenien (9. Juni) und spätestens dann sollte feststehen, ob die WM 2027 direkt erreicht wurde – das gilt für die Gruppenersten der Nations League A, also auch Deutschland. Oder ob es doch der Weg über die Playoffs wird, das wäre bei einem zweiten oder dritten Platz der Fall.

So geht es mit den Bundesligen in der Saison 2026/27 weiter

Der DFB hat bereits den Rahmenterminkalender für die Saison 2026/27 festgelegt, demnach geht es in der 2. Bundesliga am 1. und 2. August 2026 wieder los. Danach spielen die unteren Ligen in den Playoffs des DFB-Pokals vom 15. bis 17. August. Außerdem soll am 15. oder 16. August 2026 auch der Supercup zwischen Meisterinnen und Pokalsiegerinnen stattfinden. So richtig aus der Sommerpause kommt die 1. Bundesliga dann vom 21. bis 24. August, also früher als zuletzt. Das liegt daran, dass es erstmals nach mehreren Jahren kein internationales Turnier im Sommer gibt und hat die angenehme Folge, dass es laut DFB in der Bundesliga-Saison 2026/27 keine sogenannten Englischen Wochen geben wird.

In die Winterpause geht es für die erste Liga nach dem 13. Spieltag (18. bis 21. Dezember 2026) und für die zweite Liga nach dem 15. Spieltag (20. Dezember 2026). Weiter geht es im Januar dann zuerst für die 1. Bundesliga ab dem 15. bis 18. Januar 2027, während eine Etage tiefer bis zum 31. Januar pausiert wird. Die jeweilige Spielzeit endet dann am 23. Mai 2027 (1. Bundesliga), bzw. 9. Mai 2027 (2. Bundesliga). Das DFB-Pokal-Finale ist für Pfingstmontag, den 17. Mai 2027 angesetzt. Und ja, das Halbfinale ist erneut über ein Wochenende am 3. und 4. April eingeplant. Die anderen Runden: Erste Hauptrunde vom 26. bis 28. September, Achtelfinale vom 31. Oktober bis 2. November 2026, Viertelfinale am 10. und 11. März 2027.

Überblick internationale Jugendturniere 2026

Reist Deutschland zur U17-EM in Nordirland?

Während es für die A-Nationalspielerinnen also statt einer Endrunde in diesem Jahr mal eine richtige Sommerpause gibt, finden einige Jugendturniere statt. Die Endrunde der U17-EM findet mit acht teilnehmenden Teams vom 4. bis 17. Mai in Nordirland statt, die Gastgeberinnen sind erstmals mit dabei. Die übrigen Teilnehmerinnen sind die Gruppensiegerinnen der 2. Runde, die zwischen dem 27. Februar und 5. März in Form von lokalen Turnieren ausgespielt wird. Das deutsche Team von U17-Bundestrainerin Sabine Loderer trifft dabei auf Dänemark, Irland und Schweden, welches für die Gruppe A1 gleichzeitig das gastgebende Land ist. Die EM-Endrunde ist gleichzeitig Qualifikation für die U17-WM 2026 in Marokko.

Teamfoto der deutschen Startelf, die elf Spielerinnen stehen in zwei Reihen, die vordere stützt sich dabei leicht auf die Knie.
Deutschlands U17-Juniorinnen vor dem EM-Quali-Spiel gegen Österreich am 23.03.2025. Hinten von links: Lotta Wrede, Zoe Schick, Fiona Itgenhorst, Lina Szaraz, Torhüterin Sophie Klein, Luzie Zähringer. Vorne von links: Miriam Arici, Amy Wrigge, Kassandra Potsi, Pia Munzert, Marie Gmeineder. Foto: IMAGO/HMB-Media

U19-EM der Frauen in Bosnien und Herzegowina

Vom 27. Juni bis 10. Juli findet in Bosnien und Herzegowina die Endrunde der U19-EM statt, hier ist der Stand analog zur U17-EM: Deutschland müsste die Gruppe mit Frankreich, Irland und der Slowakei gewinnen, um teilzunehmen. Hier gibt es als gastgebendes Land für Trainerin Melanie Behringer aber einen kleinen Heimvorteil für die Spiele vom 10. bis 16. April.

U20-WM in Polen im September ohne Deutschland; U17-WM wann?

Zwischen dem 5. und 27. September wird in Polen die U20-WM stattfinden, gespielt wird in Lodz, Bielsko-Biała, Katowice und Sosnowiec. Bisher sind neben den Gastgeberinnen qualifiziert: USA, Kanada, Mexiko, Costa Rica, England, Frankreich, Spanien, Italien und Portugal. Es stehen noch aus die Qualifikationsturniere der Südamerikameisterschaft, Asienmeisterschaft und die CAF-Qualifikation.

Ansonsten findet sich im Kalender der FIFA noch die U17-WM in Marokko, die grob für den Oktober und November eingeplant, aber bisher nicht genau terminiert ist.

Beitragsbild: IMAGO/Claus Bergmann

Written by 

Annika Becker berichtet als freiberufliche Journalistin unter anderem für sportschau.de über die Bundesliga der Frauen und beleuchtet die strukturellen wie sportlichen Themen im Fußball. Seit 2022 gehört sie zur Jury des Guardian für die Wahl der „100 Best Female Footballers In The World“. Becker ist Teil der Crew von „FRÜF – Frauen reden über Fußball“, ansonsten ist als Expertin zum Beispiel im DLF oder bei der BBC zu hören - und natürlich bei "Becker & Pfeiffer - Der Fußballpodcast". An den Wochenenden findet man sie auch privat meist im Stadion, denn Beckers Fußball-Herz schlägt für zwei Ruhrgebietsvereine: den FC Schalke 04 und die SGS Essen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert