Leela Egli im SC Freiburg Trikot holt ihr linkes Bein zum Schießen aus, der Ball liegt neben ihrem rechten Standbein.

Türchen 21. Die Stars von Morgen? Junge Talente aus der Bundesliga, Teil 3

Wer sind die jungen Talente der Bundesliga der Frauen, die zukünftigen Stars ihrer Vereine? Wir stellen euch im folgenden Dreiteiler 18 junge Spielerinnen bis 20 Jahre aus allen 14 Vereinen der 1. Bundesliga vor, die trotz ihres jungen Alters bereits mit ihren Fähigkeiten auf sich aufmerksam machen konnten. Zum krönenden Abschluss werden heute die letzten sechs Talente vorgestellt, und zwar internationale Spielerinnen (in keiner besonderen Reihenfolge).

Leela Egli (CH) – FC Freiburg

Leela Egli war für den SC Freiburg ein echter Glücksgriff: Sie kam in der 23/24 Saison im Winter aus Zürich zu den Breisgauerinnen und krönte ihr Bundesliga-Debüt direkt mit einem Tor. Seitdem konnte die zielsichere Egli für den SC sechs Tore und zwei Vorlagen beisteuern, sieben ihrer Scorer als Jokerin – eine echte Impact Sub. Die Schweizerin ist die große Bühne schon von jungen Jahren an gewohnt, mit 15 wurde sie für den FC Zürich in der Saison 22/23 in den ersten Kader berufen, wurde mit 15 in der Champions League Gruppenphase gegen OL eingewechselt und gewann mit 16 ihre erste Meisterschaft – als Stammspielerin. 

Mit über 30 Einsätzen für die Schweizer Juniorinnen-Teams (U16-U19) ist sie auch für die Nati ein vielversprechendes Zukunftstalent. Im Februar 24 feierte sie schließlich ihr Debüt für das A-Team gegen Polen unter der damaligen Nationaltrainerin Inka Grings. 

Für ihren jetzigen Verein kämpft sie noch um häufigere Startelf-Einsätze, der Trend geht jedenfalls in die richtige Richtung: Die letzten drei Spieltage durfte sie für den SC Freiburg von Anfang an ran.

Emilía Kiær Ásgeirsdóttir (ISL) – RaBa Leipzig

RaBa Leipzigs torgefährlichste und treffsicherste Spielerin ist eine 20-jährige Isländerin, Emilía Ásgeirsdóttir, die seit letztem Winter für die Leipzigerinnen aufläuft. Sie traf bisher viermal das Netz und brauchte dafür nur sieben Torschüsse – damit ist sie die effizienteste Torschützin der Liga in dieser Saison. Ihren Torriecher konnte sie bereits in der dänischen Liga für den FC Nordsjælland beweisen, dort traf sie in 91 Spielen 32-mal. Sie kam als amtierende dänische Meisterin und Pokal-Siegerin nach Deutschland und brauchte auch nur zwei Spiele, um in der Bundesliga anzukommen: in ihrem zweiten Spiel steuerte sie bereits ihr erstes RaBa Leipzig-Tor bei, gegen den SV Werder Bremen. 

Die Leipzigerin Emilía Kiær Ásgeirsdóttir traf bereits viermal, wie hier zum 1:1 gegen die TSG Hoffenheim. Foto: IMAGO/Beautiful Sports

Sie spielt mittlerweile auch im isländischen National-Team eine größere Rolle, mit bisher 10 Einsätzen und einem Tor. Dass sie für Island aufläuft, war nicht immer klar, in ihren Jugendjahren stürmte die Tochter eines isländischen Vaters und einer dänischen Mutter noch für Dänemarks U16, U17 und U19 und netzte auch 13-mal ein. Schlussendlich entschied sie sich jedoch für ihr Geburtsland aufzulaufen. 

RaBa Leipzigs Saison verläuft bisher noch sehr wechselhaft, die letzten fünf Pflichtspiele wurden verloren, die letzten zwei davon mit einem knappen 2:3. Wenn Leipzig sich vom Abstiegskampf absetzen möchte, werden sie eine torhungrige Ásgeirsdóttir brauchen.

Irina Fuchs (CH) – 1. FC Köln

Dass Irina Fuchs, die just in diesem Sommer vom FC Basel zum 1. FC Köln gewechselt ist, seit dem 5. Spieltag die Pfosten im Kölner Tor hüten wird, dachten vermutlich die wenigsten. Doch mit gleich drei langzeitverletzten Torhüterinnen im Kölner Kader wurde eben die Fußballbühne für die junge Schweizer Juniorinnen-Nationaltorhüterin frei. Die gebürtige Baslerin stellt zusammen mit ihrer Abwehrkette die drittbeste Defensive der Bundesliga-Hinrunde, sie kassierte zwölf Gegentore in neun Spielen – die fünftbeste Quote der Liga – und konnte sich auch schon bei einem Strafstoß beweisen: Am 11. Spieltag behielt sie die Nerven und verwehrte der sonst so starken Elfmeterschützin Mühlhaus ihren neunten Elfmeter-Treffer der Saison.

Kölns Nummer Eins, Irina Fuchs, pariert den Elfmeter von Larissa Mühlaus – die Bremerin ist die beste Elfmeterschützin der diesjährigen Liga. Foto: IMAGO/Eibner

Ihr steiler Aufstieg wurde auch von der damaligen Nati-Trainerin Pia Sundhage mit ihrer ersten A-Kader-Nominierung für die verletzte Elvira Herzog gewürdigt. Für Freundschaftsspiele und EM-Quali Spiele stand sie bereits für das Schweizer U19-Team auf dem Platz. 

Wenn der 1. FC Köln mit Irina Fuchs ihre beachtliche Defensivleistung in der Bundesliga Rückrunde aufrechterhalten kann, ist eine historisch gute Effzeh-Saison greifbar nahe.

Ida Heikkinen (FIN) – 1. FC Union Berlin

Das Ziel für den 1. FC Union Berlin war im Januar 2025 schon ganz klar: Die zweite Bundesliga gewinnen und den historischen Aufstieg in die Erstklassigkeit erreichen. Dafür wurde auch eine junge finnische Verteidigerin, Ida Heikkinen, zusammen mit ihrer FC Honka Teamkollegin Elli Seiro, an die Eisernen gebunden. Heikkinen, die schon früh wusste, dass sie in Deutschland Profifußball spielen wollte, verpasste daraufhin die Rückrunde größtenteils verletzungsbedingt, konnte dennoch mit Union den 2. Bundesliga-Titel holen. Die rechte Außenverteidigerin hat bisher 13 Pflichtspiele für den Berliner Verein absolviert und traf in dieser Spielzeit auch beim fulminanten 5:0 Sieg gegen die Leipzigerinnen.

Ida Heikkinen ist bei Union Berlin auf der rechten Abwehrseite gefragt – so wie hier im Spiel gegen den FC Bayern München. Foto: IMAGO/Eibner

In Finnland feierte Heikkinen bereits mit 14 Jahren ihr Profimannschaftsdebüt für den FC Honka und kam mit 50 Pflichtspielen in der Tasche zur Bundeshauptstadt. Dabei führte sie in ihren jungen Jahren bereits häufiger ihr Team als Kapitänin aufs Feld. Auch in die finnischen Jugendteams, von der U15 bis zur U23, wurde Heikkinen bereits wiederholt berufen. In die U15 wurde sie von der Mittelfeldspielerin zur Außenverteidigerin umfunktioniert, wo sie jetzt auch für Union Berlin spielt. 

Unions Bundesliga-Debüt verlief noch sehr chaotisch, auch aufgrund der hohen Verletzungsrate. So finden die Berlinerinnen sich nach der Hinrunde auf dem elften Tabellenplatz wieder.  Die Ambitionen des Vereins und von Ida Heikkinen sind auf jeden Fall deutlich größer: „Hier bleiben und die Bundesliga gewinnen!

Judit Pujols (ESP) – VfL Wolfsburg

Die Liste an Titeln, die die 20-jährige Judit Pujols mit dem FC Barcelona schon gewonnen hat, ist lang. Sie ist spanische Meisterin 23/24 und 24/25, spanische Pokal-Siegerin 23/24, zweifache spanische Supercup-Gewinnerin und einen Champions League Titel hat sie auch bereits in der Tasche (23/24). Gespielt hat sie für das A-Team von Barca zwischen 2023 und 2025 allerdings insgesamt nur 116 Minuten – drei davon gegen ihren zukünftigen Verein in der Champions League, als der VfL Wolfsburg 6:1 gegen das katalanische Team unterging. 

Seit diesem Sommer ist die Verteidigerin also beim Vizemeister in Wolfsburg und versucht, sich mit ihren spielerischen Qualitäten für mehr Spielminuten zu empfehlen. Als eine der ersten neun Frauen, die in Barcelonas weltberühmte La Masia Akademie aufgenommen wurde, besitzt sie eben diese technischen Qualitäten, die bei den Katalan*innen gern gesehen werden: gute Ballkontrolle, hohe Passgenauigkeit und ausgeprägte Beidfüßigkeit. 

Wolfsburgs Judit Pujols ist nicht nur passstark sondern auch eine gute Standardschützin. Foto: IMAGO/Beautifiul Sports

Anders als bei Barcelona Frauen hat sie in den extrem erfolgreichen Jugendteams der Spanierinnen eine prägende Rolle gespielt. 2022 wurde sie U17 Vize-Europameisterin und U17-Weltmeisterin, 2023 dann U19-Europameisterin und 2024 führte sie als Kapitänin ihr Team zu ihrem zweiten U19-EM-Titel. 

Die Linksverteidigerin wird wohl noch etwas Zeit brauchen, um sich in Wolfsburg zu etablieren, konnte aber in ihren vereinzelten Spielminuten schon Akzente setzen. Zum Beispiel mit ihrem Assist zum 1:5 gegen Leverkusen von der Eckfahne, als sie ihre Standardstärke unter Beweis stellen konnte.

Larissa Rusek (AUT) – 1. FC Nürnberg 

Sie ist mit El Sherif und Haidner eine der drei neuen jungen Torhüterinnen aus Österreich, die seit dieser Saison für Bundesligavereine den Kasten hüten: Larissa Rusek aus Wien hat beim Abstiegskandidaten aus Nürnberg den vermutlich schwersten Stand erwischt. Sie bekam bereits 98 Schüsse auf ihr Tor und liefert im Schnitt mehr als fünf Saves pro Spiel ab – Liga-Höchstwert. Dennoch steht Nürnberg aktuell auf dem 9. Tabellenplatz und hält sich den Abstiegsplatz mit acht Punkten vom Hals, was mit Sicherheit auch an Ruseks Leistung bisher liegt. Die ambitionierte Torhüterin wurde im September von ihren Vereinsfans zur Spielerin des Monats gewählt. 

Larissa Rusek vom 1. FC Nürnberg musste beim fulminanten 5:3 Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt einige Male eingreifen. Foto: IMAGO/IPA Photo

Rusek entstammt der St. Pöltner ÖFB-Akademie und spielte vorher für den USV Neulengbach in der heimischen Bundesliga, wo sie als Torhüterin sogar schon einen Assist für sich verbuchen konnte. 

Im ÖFB-Trikot stand sie bisher für die U17- und U19-Auswahl auf dem Feld und nahm 2024 an der U20-WM in Kolumbien teil. Für das A-Team wurde sie bereits sechsmal berufen, wartet jedoch noch auf ihre ersten Spielminuten.

Junge Talente aus der Bundesliga – Teil 1

Junge Talente aus der Bundesliga – Teil 2

Addendum: Vielen Dank an Revilho für seine Expertise

Beitragsbild: IMAGO/foto2press

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