
Türchen 14. Die Stars von Morgen? Junge Talente aus der Bundesliga, Teil 2
Wer sind die jungen Talente der Bundesliga der Frauen, die zukünftigen Stars ihrer Vereine? Wir stellen euch im folgenden Dreiteiler 18 junge Spielerinnen bis 20 Jahre aus allen 14 Vereinen der 1. Bundesliga vor, die trotz ihres jungen Alters bereits mit ihren Fähigkeiten auf sich aufmerksam machen konnten. Hier sind für heute die nächsten sechs Talente (in keiner besonderen Reihenfolge).
Kassandra Potsi – SGS Essen
Aus der zuverlässigsten Talentschmiede der Bundesliga, der SGS Essen, stachen jüngst wieder junge Spielerinnen aus dem Team hervor. So auch die 17-jährige Kassandra Potsi, die 23/24 mit 15 in den A-Kader aufgenommen wurde, mit 16 ihr Bundesliga-Debüt gab und in ihrem zweiten Spiel schon ein Tor gegen den MSV Duisburg vorbereitete. Essens langjähriger ehemaliger Coach Markus Högner betitelte sie als „absolutes Toptalent“. Potsi wäre bei weitem nicht die Erste aus dem Essener Nachwuchs, die sich zur zukünftigen Nationalspielerin entwickelt.
Dass sie früher Straßenkickerin war, merkt man ihrem Spielstil an – den Ball eng am Fuß und immer dribbelfreudig. Sie hat ein gutes Auge für freie Räume und konnte so auch schon per Steckpass Tore vorbereiten. Aufgrund der diesjährigen sportlichen Situation in Essen war Potsi bisher meist defensiv gefragt, doch unter Jessica Wissmann konnte sie teilweise auch wieder ihre Offensivfähigkeiten zeigen.
Während Potsi sich im DFB-Trikot bereits für die U15, U16 und U19 in die Torschützenliste eintragen konnte, warten wir in der Bundesliga noch auf ihren ersten Treffer.
Lotta Wrede – Hamburger SV
Die beste Dribblerin der Bundesliga ist gerade einmal 17 Jahre alt und kämpft mit den Aufsteigerinnen aus Hamburg um den Ligaverbleib. Die diesjährige Gewinnerin der Fritz-Walter-Silbermedaille ist kaum vom Ball zu trennen und spaziert fast mühelos dahin, wohin sie will.
Ihre Präsenz auf dem Feld sowie ihre Reife, trotz ihres jungen Alters, bringt immer frischen Wind und eine Kreativität, die der offensiv schwächelnde HSV auch dringend braucht. Ihr allererstes Bundesliga-Tor war der Siegtreffer gegen RaBa Leipzig zum ersten Saisonsieg des HSV – und zwar als Jokerin. Nach der anfänglichen Eingewöhnungsphase in der Bundesliga ist Wrede nun bei den Hanseatinnen fest auf Linksaußen eingeplant.

Für die deutschen Nachwuchs-Auswahlen debütierte sie im November 2023, wo sie beim 6:0 Sieg der U16 gegen Dänemark in der 46’ eingewechselt wurde und prompt einen Viererpack in zwölf Minuten schnürte. Für die niedersächsische Auswahl beim U16-DFB-Sichtungsturnier führte Lotta Wrede als beste Spielerin des Turniers ihr Team zum Länderpokalsieg. Lotta Wredes Weg im Profifußball hat gerade erst angefangen und wird bestimmt von vielen von uns mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden.
Maj Schneider – SC Freiburg
Auch der SC Freiburg ist bekanntlich eine vielversprechende Station für junge Bundesliga-Spielerinnen. Im Freiburger Mittelfeld erkämpft sich Maj Schneider diese Saison wortwörtlich immer mehr Spielminuten. Sie ist eine robuste Spielerin, die gerne tackelt und sich noch dazu immer wieder in gute Abschluss-Situationen bringt.
Wenn sie mal das Vertrauen für einen Startelf-Einsatz bekommt, dann zahlt sie es direkt zurück: Im Spiel gegen den 1. FC Köln 24/25 netzte sie vor heimischem Publikum zum 2:0 ein und feierte damit ihren ersten Bundesliga-Treffer. Auch beim Heimspiel gegen Union Berlin am 5. Spieltag dieser Saison drehte die gebürtige Freiburgerin auf und traf nicht nur zu ihrem ersten Saisontor, sondern legte auch noch das 2:0 wunderschön vor.

Sie durchlief ebenfalls bereits einige Jugendstationen im DFB-Trikot. Seit ihrem Debüt im Juni 2022 für die U15-Auswahl bestritt sie regelmäßig Spiele für die U17 und seit 2024 für die U19. Schneider konnte schon sieben Tore für schwarz-rot-gold erzielen.
Im Pokal war für Freiburg leider im Achtelfinale gegen den VfL Wolfsburg Schluss, doch in der Liga ist Freiburg Teil der sehr dicht beieinander liegenden Tabellenmitte. Bis zum Saisonende ist also noch vieles möglich für die Breisgauerinnen und Maj Schneider.
Estrella Merino Gonzalez – Bayer 04 Leverkusen
Estrella Merino Gonzalez ist ein Leverkusener Eigengewächs, geboren wurde die deutsch-spanische Nachwuchsspielerin allerdings ausgerechnet in Köln. Für die Leverkusenerinnen macht sie am 12. Spieltag 2025/26 gegen Leipzig bereits ihr 50. Spiel und belohnte sich und die Fans in der 9. Minute mit ihrem ersten Saisontor.
Obwohl sie erst kürzlich zur Rechtsverteidigerin umfunktioniert wurde, macht sie ihre Sache bisher sehr gut; mit ihrer Antrittsschnelligkeit und Zweikampfstärke beackert sie die rechte Schiene und weiß auch ihre Mitspielerinnen mit hohen Hereingaben in Szene zu bringen.

Ihre offensiven Qualitäten hat die ehemalige Stürmerin jedoch nicht verlernt, für Leverkusen konnte sie schon drei Tore und fünf Vorlagen verbuchen. In ihren Jugendjahren traf sie regelmäßig: beachtliche 38 Tore für die Bayer U17 in 29 Spielen (B-Juniorinnen-Bundesliga), sowie 16 Tore in insgesamt 38 Spielen für die DFB-U-Teams (U16, U17, U19). Seit ihrer Nominierung für die deutsche U23 läuft sie auch auf ihrer neuen Position als Außenverteidigerin auf.
Daher ist die Auszeichnung zur silbernen Fritz-Walter-Medaille für den U19-Bereich in diesem Jahr auch nicht verwunderlich. Estrella Merino Gonzalez könnte mit Leverkusen eine historisch gute Saison abliefern und nächstes Jahr vielleicht Champions League spielen.
Felicia Sträßer – Carl Zeiss Jena
Die Rechtsverteidigerin von Carl Zeiss Jena hat bereits 28 Erstliga-Spiele für ihren Verein absolviert und feiert in zwei Tagen ihren 18. Geburtstag. Sie ist in der Abwehrkette eine feste Größe und überzeugt durch ihr gutes Stellungsspiel sowie ihre Zweikampfintensität.

Sträßer konnte schon einen Assist für sich verbuchen, im Duell gegen den VfL Wolfsburg setzte sie mit einem Chipball hinter die Kette Teamkollegin Isabella Jaron in Szene. Sträßer hatte auch ihren Anteil am bisher einzigen Punktverlust der durchmarschierenden Bayern – der mit Defensiv-Leidenschaft gewonnene Punkt in München, wo Bühl, Harder & Co. 90 Minuten lang am Tore schießen verhindert wurden, was 2025/26 bisher keinem anderen Team in ganz Europa gelang.
Für die U16, U17 und U19 durfte sie sich bisher schon das DFB-Trikot überstreifen. Zuletzt im Einsatz bei der U19 EM-Quali gegen die Färöer-Inseln beschenkte sie sich als Kapitänin selbst mit zwei Treffern – einmal vom Punkt und einmal per Kopf. Es bleibt spannend zu sehen, ob Sträßer mit Jena auch in diesem Jahr wieder den Abstiegskampf überstehen und weiterhin erstklassig spielen wird.
Jella Veit – Eintracht Frankfurt
Seit dem großen Kader-Umbruch im Sommer hat sich bei der Eintracht eine neue Abwehrchefin etabliert: Jella Veit. Die 20-Jährige steht seit vier Jahren bei den Frankfurterinnen unter Vertrag, erst seit dieser Saison ist sie unumstrittene Stammspielerin und verpasste wettbewerbsübergreifend bisher nur ein Spiel. Mit einer der besten Zweikampfquoten der Liga und ihrer Präsenz sorgt sie für defensive Stabilität – eine Qualität, welche die SGE in dieser durchwachsenen Saison bitter nötig hat.

Dazu bringt sie ausgezeichnete Führungsqualitäten mit auf den Platz. Nicht ohne Grund hat sie bereits zwei Fritz-Walter-Medaillen in der Tasche (2022 in Gold, 2024 in Bronze) und trug öfters die Kapitäninnenbinde für deutsche U-Nationalmannschaften. Sie führte die erfolgreiche U17 2022 zu Gold in Bosnien und Herzegowina. Jella Veit hat ab der U15 alle Jugendstationen für den DFB durchlaufen und insgesamt 58-Länderspiele im Nachwuchsbereich gespielt. Das große Debüt für das A-Nationalteam steht noch aus, aber es wird mit Sicherheit kommen.
Junge Talente in der Bundesliga Teil 1
Junge Talente in der Bundesliga Teil 3
Beitragsbild: IMAGO/STEINSIEK.CH
