
Türchen 7. Die Stars von Morgen? Junge Talente aus der Bundesliga – Teil 1
Wer sind die jungen Talente der Bundesliga der Frauen, die zukünftigen Stars ihrer Vereine? Wir stellen euch im folgenden Dreiteiler 18 junge Spielerinnen unter 20 Jahren aus allen 14 Vereinen der 1. Bundesliga vor, die trotz ihres jungen Alters bereits mit ihren Fähigkeiten auf sich aufmerksam machen konnten. Hier sind für heute die ersten sechs Talente (in keiner besonderen Reihenfolge).
Alara – FC Bayern München
Die frisch gekürte Gewinnerin der Fritz-Walter-Medaille in Gold, Alara, ist eines der größten deutschen Talente. Bayerns Direktorin Bianca Rech betitelte sie als „begnadete Technikerin“, denn Alara hat eine ausgezeichnete Ballführung und ein sehr gutes Verständnis für freie Räume. Die offensive Mittelfeldspielerin von Bayern München stand nicht ohne Grund schon mit 17 auf der großen Champions-League-Bühne und feierte zwei Tage nach ihrem 18. Geburtstag ihr A-Nationalmannschaftsdebüt gegen die Schweiz.
Mit ihren gerade mal 19 Jahren hat sie außerdem schon eine beeindruckende Liste an Titeln gewonnen: Jugendeuropameisterin 2022 mit der deutschen U17-Auswahl, sowie zweifache deutsche Meisterin und Supercupsiegerin mit Bayern München. Letzte Saison durfte sie sich mit Bayern auch zur Double-Siegerin küren.
Sie entwickelt sich beim deutschen Meister aktuell zur wichtigen Unterschiedsspielerin, letzte Saison erzielte sie in der 90. Min das wichtige Siegtor gegen Leverkusen am 7. Spieltag und vor einigen Woche leitete sie mit ihrem 1:2 Anschlusstreffer das beeindruckende Champions-League-Comeback gegen die Titelträgerinnen Arsenal. Eines ist klar, Alara wird in Zukunft eine noch größere Rolle für Bayern und auch für Deutschland spielen.
Lisa Baum – RaBa Leipzig
Als im Sommer Lisa Baums Wechsel zu RaBa Leipzig bekannt gegeben wurde, waren bestimmt einige HSV-Fans bitter enttäuscht. Die rechte Flügelspielerin mit dem starken linken Fuß war eine der Schlüsselspielerinnen, die Hamburg nach 13 Jahren zurück in die Bundesliga verhalf. In der Aufstiegssaison steuerte sie vier Tore und vier Assists bei und verhalf ihren Hamburgerinnen mit zwei Vorlagen im DFB-Pokal auch zu dem Rekord-Halbfinale zuhause im Volksparkstadion gegen die Rivalinnen aus Bremen.

Mit ihrem Tempo und ihrer Physis wirbelt sie seitdem auf der rechten Außenbahn der Leipzigerinnen und präsentiert nicht nur bei Freistößen oder Ecken ihre hervorragende Technik am Ball. Am 8. Spieltag der 1. Bundesliga konnte Baum sich endlich in die Liste der Bundesliga-Torschützinnen eintragen, mit einem platzierten Linksschuss in das Freiburger Tor. Sie war außerdem bei der U20-WM in Kolumbien im Jahr 2024 für Deutschland am Start.
Svea Stoldt – Hamburger SV
Svea Stoldt gab ihr Debüt für den HSV in der Regionalliga Nord im September 2021 mit gerade einmal 15 Jahren. Seitdem hat sich die defensive Mittelfeldspielerin zur unumstrittenen Stammspielerin entwickelt und hat ihren Verein von der Regionalliga zum langersehnten Wiedersehen mit der 1. Bundesliga begleitet und (mit)geführt. Jetzt ist sie kaum mehr aus der ersten Elf des HSV wegzudenken: Die gebürtige Hamburgerin ist mit 19 absolute Dauerbrennerin, sie verpasste diese Saison keine einzige Minute in Liga und Pokal.

Ihre Qualitäten im Aufbauspiel, ihre gute Übersicht sowie ihre Schusstechnik sind wichtige Stützpfeiler ihres Spielstils. Vor allem bei Standards mag sie auch ihre offensiven Qualitäten vorweisen: Der (etwas glückliche) direkt verwandelte Freistoß in der 97. Minute am Bundesliga-Auftakt gegen den Vizemeister aus Wolfsburg brachte alle 11.000 Zuschauenden im Volksparkstadion zum Jubeln.
Auch in den deutschen Jugendteams hat Stoldt bereits einige Partien bestritten, nicht zuletzt gehörte sie zu der Auswahl, die 2022 den U17-EM-Titel nach Deutschland holte. Sie stand in vier der fünf Partien in der Startelf und steuerte zwei Tore bei, unter anderem das 1:0 im Finale gegen Spanien. Was Stoldt mit ihrem HSV diese Saison noch erreichen kann, bleibt spannend, im Pokal ist noch alles möglich.
Laura Gloning – TSG Hoffenheim
Über die Freiburger und Münchner Jugendabteilungen ging Laura Glonings Weg zur TSG aus Hoffenheim, für die sie seit diesem Sommer in der Abwehr und im Mittelfeld auf dem Platz steht. Die zweikampfstarke Defensivspielerin hat sich bei ihrem neuen Verein auch direkt zur unangefochtenen Stammspielerin entwickelt. Die ehemalige Abwehrchefin von Bayern II läuft bei den Kraichgauerinnen zuletzt häufiger im Mittelfeld auf, wo ihre spielerischen Fähigkeiten immer mehr zur Geltung kommen.

Für den DFB durchlief sie alle Stationen seit der U15 als Abwehrspielerin, jüngst auch in der wieder eingeführten U23. Auch sie war 2022 Teil der erfolgreichen deutschen U17, stand in vier von fünf Spielen der Europameisterschaft auf dem Platz und verwandelte im Elfmeterkrimi gegen Spanien im Finale souverän zum 3:2.
Im sehr jungen Hoffenheimer Team ist sie eine Spielerin, auf die man ein Auge haben sollte. Ihre Souveränität könnte in dieser bisher schwierigen Saison für die TSG Hoffenheim ein wichtiger Faktor werden.
Julia Mickenhagen – Bayer 04 Leverkusen
Ihr zweites Erstliga-Spiel in der Saison 24/25 war wahrlich eine Achterbahnfahrt der Gefühle: in der Halbzeit eingewechselt schoss Julia Mickenhagen direkt ihr allererstes Bundesliga-Tor in der 51. Minute gegen den amtierenden Meister aus München, doch nur 20 Minuten später wurde sie mit ihrer zweiten Gelben Karte vom Platz verwiesen.

In dieser Saison nimmt die linke Außenverteidigerin bereits einen viel wichtigeren Platz in ihrem Verein ein, verpasste nur zwei Spiele der bisherigen elf Spieltage und zeigt mit ihrem Tempo, ihren Dribbelkünsten und ihren guten Flanken, warum sie auf diese Liste gehört. Im Pokal-Achtelfinalspiel gegen den HSV im November 2025 brachte sie mit ihrem wunderschönen Distanzschuss-Tor zum Ausgleich das Volksparkstadion kurz zum Schweigen.
Seit ihrer ersten Nationalmannschafts-Nominierung für die U19 im November 2022 gehört sie regelmäßig dem Kader der deutschen U19 bzw. U23 an. Es bleibt spannend zu sehen, was sie diese Saison, die ihr Durchbruch zu sein scheint, noch zeigen kann.
Maria Penner – SV Werder Bremen
Die erst 18-jährige Innenverteidigerin aus Verden hat bisher noch relativ wenige Bundesliga-Minuten auf dem Konto. Doch Maria Penner zeigt bereits in Ansätzen alle wichtigen Qualitäten einer modernen Verteidigerin: Pressingresistenz, Ruhe am Ball und gute Zweikampfstärke. Im Trikot der Werderanerinnen sammelte sie die meisten Einsätze bisher für die Zweitvertretung in der Regionalliga Nord.

Unvergessen wird für sie das DFB-Pokal-Finale 2025 gegen Bayern München sein, wo sie aufgrund von Verletzungen einen Einsatz in der Startelf bekam und mit SV Werder Bremen Geschichte schrieb. Leider endete dieses Erlebnis nach bereits 34 Minuten, weil sie ebenso verletzungsbedingt den Platz verlassen musste.
Für Deutschland konnte sie bisher einige Einsätze in der U19 verbuchen, bei ihrem letzten Auftritt just im November dieses Jahres belohnte sie ihren Startelf-Einsatz mit zwei Toren gegen die Färöer Inseln – auf Rechtsaußen. Hoffentlich bekommt das Bremer Eigengewächs in dieser Bundesliga Saison noch die ein oder andere Möglichkeit sich zu beweisen und sich für die erste Mannschaft zu empfehlen.
Junge Talente in der Bundesliga Teil 2
Junge Talente in der Bundesliga Teil 3
Beitragsbild: IMAGO/Eibner
