Türchen 1. Frauenfußball Groundhopping international

Wenn ich Urlaub mache, dann mache ich das, weil ich Fußball schauen möchte. Am allerliebsten Frauenfußball. Das Problem: Es ist gar nicht immer so einfach Spiele zu finden und selbst wenn man Vereine im Blick hat, gibt es bis hin zum Eintritt noch Hindernisse.

Es folgt ein kleiner Einblick in zwei schöne Grounds mitsamt Tipps, heute zu Schweden und den Niederlanden.

Stockholm – Olympiastadion

Perfekt zum Reisen, wenn man Schlafzüge mag: Stockholm. 

Noch besser, wenn man historische Stadien mag: Heimspiele bei Djurgarden. 

Wenn man sich über Gesänge und viel Leidenschaft freut: dann lohnt sich also das Derby von Djurgarden gegen Hammarby. 

Djurgarden spielt im wundervollen Olympiastadion von 1912. Die Kulisse ist imposant und im Vorfeld waren viele Plakate zur Ankündigung des Derbys aufgehängt. Ich war am 22.09.2025 da und es war ein wundervolles Flutlichtspiel. Eine Fangruppe von Djurgarden schien Geburtstag zu feiern und so gab es Pyro und Feuerwerk auf der Heimseite des Stadions. Die Stimmung in beiden Kurven schien gut (ich stand bei Hammarby), das Spiel war mir als Hammarby-Sympathisantin zu spannend – leider gewann Djurgarden dann auch in letzter Minute. Aber immerhin hat das Stadion mehr als entschädigt.

Wichtiger Reise-Hinweis für Schweden: Ihr braucht kein Bargeld. Nie. Leider kann man auch nicht immer mit Kreditkarte zahlen, sondern nur mit der App Swish. Swish ist ohne schwedisches Konto nicht nutzbar. Folglich stellt euch drauf ein, dass ihr in Stadien oft weder Trinken noch Essen könnt. Tickets gibt es eigentlich immer im Vorfeld online.

Velsen – Sportpark Schoonenberg

Die Niederlande sind von Deutschland nicht weit weg, also immer gut für einen Besuch. In der Nähe von Amsterdam liegt Velsen – und der Sportpark Schoonenberg, in dem die Telstar Vrouwen spielen. Diesmal gegen die AZ Alkmaar Vrouwen – ein Duell, was normalerweise eher zu Gunsten von Alkmaar ausgeht. Mit dem Bus von Amsterdam ist die Anreise kein Problem (wenn man einmal die Zahlung in den Bussen verstanden hat und eine Karte hat, die auch akzeptiert wird) und das Stadion ist unweit der Haltestelle. Beim Eingang gibts dann tatsächlich: Papier Eintrittskarten. Sowas liebe ich sehr und hebt sich ab von den ganzen nervigen Online-Tickets und den Accounts, die man gefühlt dafür überall anlegen und dann auch wieder löschen muss.

Die Tribüne ist wunderschön, wie in fast allen Stadien der Frauen in den Niederlanden sind die Sitzränge geöffnet und es gibt Snacks und Getränke. Wichtig ist hier, dass es in vielen Stadien verboten ist, mit Getränken (in Gläsern) in die Ränge zu gehen. Also, wenn ihr ein Bier trinken wollt, tut dies vor oder nach dem Spiel, während dem Spiel darf man das nicht auf den Tribünen. Vor ca. 400 Zuschauenden gab es dann auch ein torreiches Spiel, was dann leider auf kuriose Weise beendet wurde.

In der ca. 71 Minute wurde das Spiel unterbrochen und nach einer Prüfung von ca. 5 Minuten entschieden die Schiedsrichter*innen auf Abbruch des Spiels, aufgrund des Wetters. Es schien der Boden zu frostig zu sein, auch wenn im Vorfeld keine großen Auffälligkeiten im Spiel durch rutschen zu sehen waren. So ging das Spiel dann leider mit 2:4 und nach der 71. Minute zu Ende.

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Franziska Blendin ist leidenschaftliche Fan des FSV Frankfurt, aber hadert auch mit der schlechten historischen Aufarbeitung des Vereins, wenn es um die Frauenfußball-Abteilung geht. Das ist einer der Gründe, warum sie sich vor allem mit der Geschichte des Fußballs der Frauen beschäftigt. Zur Vereinshistorie hat sie die „FSV Frankfurt Fußballfibel“ veröffentlicht. Durch die gemeinsame Recherche mit Sascha Düerkop zum falsch reklamierten 1. Bundesliga Tor des DFB ist der Podcast „Legende Verloren“ entstanden. Dieser ist mittlerweile ein Raum für vielfältige Geschichten und Interviews. Gemeinsam mit Sascha und vielen weiteren ist sie Teil des internationalen Geschichtsblogs „Forgotten Heroines“. Im eigentlichen Leben neben dem Fußball ist sie Maschinenbau-Ingenieurin bei der Deutschen Bahn und zeichnet Comics, wenn mal Zeit übrig ist.

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