
Mainz 05: Zuhause gegen die Nachbarinnen
Mit einem Heimspiel gegen die Zweitvertretung von Eintracht Frankfurt eröffnen die Frauen des 1. FSV Mainz 05 am Samstag um 11 Uhr am Bruchweg den 4. Spieltag in Liga 2. Die Lage am Bruchweg vor dem Nachbarschaftsduell.
Für Takashi Yamashita selbst hat das Spiel gegen die Nachbarinnen aus Frankfurt keine spezielle Bedeutung, sagt der Trainer und ergänzt: Da er in Japan nur auf dem College-Level Fußball gespielt hat, habe er solche lokalen Rivalitäten als Spieler nicht kennengelernt.
Von Frankfurt zu Mainz 05
Die Bedeutung der Partie für seine Spielerinnen ist ihm aber durchaus bewusst, zumal einige früher in Frankfurt gespielt haben, darunter Nadine Anstatt und Jule Stendebach noch zu Zeiten des 1. FFC – also vor der Fusion mit der Eintracht. Und natürlich Johanna Berg, die gerade erst aus just dem Team nach Mainz gekommen ist, gegen das Yamashitas Truppe nun antritt.
Berg trug im Auswärtsspiel gegen Viktoria Berlin erneut die Binde als Kapitänin, bevor zur zweiten Halbzeit Heiðrún Sigurðardóttir eingewechselt wurde. Seiner Spielführerin macht Yamashita nach ihrem ersten Tor in der neuen Liga ein Kompliment: „Sie hat in Meppen ein gutes Spiel gemacht. Trotzdem hat sie in Berlin nicht von Anfang an gespielt. Ihr Einsatz war allein schon super, sie ist mit starker Mentalität ins Spiel gegangen – und dann macht sie direkt ihr Tor.“ Das habe Sigurðardóttir selbst ebenso gutgetan wie dem Team.
Mainz 05 mit zweitbester Bilanz der Aufsteigerinnen
Weniger gut tat der sehr späte Gegentreffer zum für Berlin eher schmeichelhaften Ausgleich. Yamashita beschreibt das Problem seines Teams so: „Wir arbeiten an einem Thema, machen es gut, dann haben wir das nächste Thema.“ Im konkreten Fall das zu passive Arbeiten gegen den Ball in den letzten Minuten. Seinen Spielerinnen möchte er da keinen Vorwurf machen, immerhin müssen die sich noch in eine neue Liga einfinden – und machen das bislang mehr als ordentlich. Von den fünf Aufsteigerinnen aus der Regionalliga hat nur das Team des VfB Stuttgart einen Punkt mehr gesammelt als die vier der Mainzerinnen, Wolfsburg II steht mit null Punkten am Tabellenende, der VfR Warbeyen und Viktoria Berlin haben bislang je zwei Zähler sammeln können.

Der Aufwand für das Team ist in der 2. Liga noch einmal höher geworden mit einem festen Training am Tag vor den Liga-Begegnungen. Meist trifft das den Samstag, für die Spielerinnen, die unter der Woche arbeiten oder studieren, fällt also der letzte freie Tag weg. Man habe sich für dieses Level an Professionalität ganz bewusst entschieden, sagt Yamashita, der mit seinem Staff ebenfalls ordentlich gefordert ist. Für die Spielerinnen ist bei Sonntagsspielen das Training an Freitagen allerdings optional. So oder so kommt das Heimspiel nach zwei sehr weiten Fahrten nach Meppen und Berlin allen gelegen. Zumindest will der Coach nicht ausschließen, dass seinen Spielerinnen in Berlin am Ende auch durch die hohe Belastung etwas Frische gefehlt hat.
Mehr Aufmerksamkeit – mehr Fans?
Zu den Auswärtsspielen fährt das Team aktuell ohne Mitarbeitende der Medienabteilung. Die Verantwortliche Anna Becker wird rund um die Frauen unterstützt durch Paulina Weißkopf, Auswärtsspiele verfolgt eine der beiden am Stream und postet in den sozialen Netzwerken parallel. Für die Sichtbarkeit der Abteilung wäre es wünschenswert, dass der Verein zeitnah eine Lösung findet, um Spiele auch auswärts mit eigenen Leuten zu begleiten. Nur so kann die Aufmerksamkeit für die Frauen wachsen. Die wöchentliche Medienrunde mit Coach Yamashita ist wiederum ein Positivbeispiel aus der Medienarbeit – und ein weiteres Beispiel auch für seinen Einsatz.
Spannend wird am Samstag zu sehen, wie das frühe Spiel am Bruchweg von den Fans angenommen wird. Theoretisch gebe es die Möglichkeit, dort um 11 Uhr die Frauen zu unterstützen und anschließend zu den Männern weiterzuziehen. Wie viele 05er*innen das auch so machen, bleibt abzuwarten. Auch wenn die 725 Zuschauenden zum Ligauaftakt am 1. Spieltag bislang nur von Turbine Potsdam (755) und Stuttgart (1.000, beides ebenfalls am ersten Spieltag – Quelle: fussball.de) übertroffen wurden, ist in Sachen Fan-Gewinnung noch viel Luft nach oben. Dafür stimmt die Unterstützung jener Fans, die zu den Spielen kommen, jedes Mal.
Titelbild: Kai Heuser
