
Mainz 05: Auswärtsreise zu Viktoria Berlin
Für das Team des 1. FSV Mainz 05 steht am 3. Spieltag bereits das zweite Auswärtsspiel mit großer Distanz an. So ist die Lage am Bruchweg vor dem Spiel in Berlin.
Ob die Spielerinnen des 1. FSV Mainz 05 am Sonntag nach ihrem Sieg gegen Meppen auf der Rückfahrt im Bus „Eine neue Liga ist wie ein neues Leben“ sangen, ist nicht überliefert. Wohl aber, dass die Laune nach dem ersten Sieg in Liga 2 sehr gut war. Trainer Takashi Yamashita erklärte lächelnd, er habe in den Sitzreihen hinter sich „lustige Stimmen“ gehört. „Ich finde, dass wir jetzt mehr Zeit miteinander verbringen als Team, kann diesen Zusammenhalt noch verstärken.“
Denn der Aufstieg bedeutet neben dem sportlichen Erfolg auch organisatorische Neuerungen. Zu denen gehört, dass die Fahrten zu Auswärtsspielen teilweise deutlich weiter sind. Deswegen reisen die 05-Frauen künftig auch mal am Vortag mit dem Bus an. Das war bereits letztes Wochenende beim über 400 Kilometer entfernten Meppen der Fall und trifft nun erneut zu: Am 3. Spieltag tritt das Team bei Viktoria Berlin an.
Viktoria Berlin mit Ambitionen
Die Mit-Aufsteigerinnen sind mit einem Unentschieden gegen die SG 99 Andernach und einer Niederlage gegen Ingolstadt in die Spielzeit gestartet. Zuvor konnten sie sich im DFB-Pokal mit dem VfL Bochum wie Mainz 05 gegen eine Ligakonkurrentin durchsetzen. Obwohl die Berlinerinnen also weniger Punkte auf dem Konto haben, warnt Yamashita vor dem Team, das er in der Gruppe derer verortet, die oben angreifen wollen.

„Sie haben viele gute Spielerinnen geholt“, urteilt der Trainer der Mainzerinnen über den Verein, der mit Investor*innen den Fußball der Frauen verändern möchte. Ein Thema, das auch hier durchaus kontrovers diskutiert wird, aber dennoch mehr Befürworter*innen hat, weil grundlegende Konzepte immer wieder angekündigt werden, dann aber ein ums andere Mal ausbleiben. Und das, was in Aussicht gestellt wird, nimmt lediglich die 1. Liga in den Blick, statt Liga 1 und 2 zu betrachten, wie beispielsweise in England, wo gerade Mindestgehälter für die beiden höchsten Ligen angekündigt wurden.
Noch nicht schön, aber schon erfolgreich
Mit dem Auftreten seines Teams in den ersten drei Pflichtspielen der Saison ist Yamashita durchaus zufrieden. „Ich sage noch nicht, dass wir den schönen Fußball spielen, den wir gerne haben wollen. Aber wir wissen um die Realität, dass wir erstmal in der neuen Liga ankommen und mehr Vertrauen gewinnen müssen.“
Der Sieg gegen Stuttgart im DFB-Pokal war definitiv ein positiver Boost für das Team, die knappe Niederlage beim Heimauftakt gegen den SC Sand durch die lange Unterzahl eine durchaus beachtliche Leistung und der 3:1-Sieg gegen Meppen ein erstes Ausrufezeichen. Gegen Berlin möchten die Mainzerinnen noch mehr Lösungen mit dem Ball finden und intensiver nach vorne spielen als in den beiden Liga-Partien, für die sie die Underdogrolle so deutlich angenommen haben. Er erwarte ein mutiges Spiel von seinem Team, das aber defensiv nicht nachlässig sein dürfe gegen die hohe individuelle Qualität der Berlinerinnen.
Yurina Imai kehrt in den Kader zurück
Eine Entscheidung, die Yamashita und sein Staff treffen müssen ist, ob Yurina Imai, die nach dem Absitzen ihrer Gelb-Roten Karte in den Kader zurückkehrt, wieder von Anfang an spielt. Das sei noch ein offenes Thema im Trainerteam, gewährte der Chefcoach Einblicke. Einerseits sei es schwierig, nach einem Sieg das Team zu verändern, andererseits stehe Imais Qualität außer Frage, was natürlich für sie spreche. „Da sind wir uns noch nicht Hundertprozent einig.“

Insgesamt habe das Trainerteam sich schon sehr gut zusammengefunden. Neben Co Alexander Ulbrich, Torwarttrainer Elvir Smajlović, Athletiktrainer Daniel Grieb und Mentaltrainerin Sandra Kärger, die alle schon länger zum Staff gehören, sind Sho Chikaraishi und Marcel Kostadinov als Co-Trainer neu dazugekommen, da Yuya Okuda nach Japan zurückgekehrt ist. Neu dabei ist auch Patrick Hünerasky als Betreuer.
Eine Neuerung, die alle Zweitligistinnen betrifft, ist die Übertragung sämtlicher Partien live und kostenlos bei LEAGUES Football. Er habe, verriet Yamashita grinsend, den Link sogar seinen Eltern geschickt und sei sehr froh über diese Aufmerksamkeit für den Fußball der Frauen. Noch besser ist da eigentlich nur der Fansupport der 05erinnen im Stadion, die der Trainer besonders positiv hervorhebt. „Wir werden toll unterstützt und das bringt uns Power.“
