Neues zur Saison 2025/26: Champions League & Europa Cup, rechts daneben eine stilisierte Europakarte und Trophäe der UEFA Women's Champions League als zweifarbiger Stempel darüber.

Neuerungen zur Saison 2025/26: Champions League mit Ligaphase und UEFA Women’s Europa Cup

Im dritten Teil zu den Neuerungen zur Saison 2025/26 geht es um die Ligaphase in der UEFA Women’s Champions League, welche die Gruppenphase ersetzt sowie einen komplett neuen Wettbewerb, den UEFA Women’s Europa Cup.

Die Champions League der Frauen geht, wenn man den Vorläufer-Wettbewerb mitzählt, in eine Jubiläumssaison und wird 2025/26 zum 25. Mal ausgetragen. Von der Saison 2001/02 bis einschließlich 2008/09 hieß der Wettbewerb noch UEFA Women’s Cup, 2009/10 folgte dann die Umbenennung in UEFA Women’s Champions League inklusive einer Vergrößerung des Teilnehmendenfeldes. Ein großer Schritt war dann 2021/22 die Einführung einer Gruppenphase, die von den Vereinen lange gefordert worden war. Gleichzeitig erfolgte die Vergabe der Übertragungsrechte an DAZN, die für einen Sichtbarkeits-Boost sorgte. Auch, weil anfangs viele der Partien in besserer Qualität als zuvor kostenlos bei YouTube zu sehen waren.

Champions League neben Disney-Prinzessinnen und Star Wars

Ab der Saison 2025/26 gibt es wieder einen neuen Turniermodus und mit Disney+ einen neuen Übertragungspartner bis 2029/30. In Deutschland sollen außerdem vereinzelt Spiele im ZDF via Verwertungsrecht der EBU zu sehen sein, wie das genau aussehen wird, ist aktuell noch nicht bekannt. Die Vereinbarung umfasst bis zu einer Partie pro Spielwoche, ein Halbfinale und das Finale.

Blick aus einiger Entfernung durch rot-weißes Konfetti hindurch und über eine Menschenmenge mit hochgerreckten Smartphone-Kameras hinweg auf eine Empore, auf der die Spielerinnen von Arsenal stehen, mit Medaillen um den Hals und eine von ihnen vorne in der Mitte hebt den Champions League Pokal über ihren Kopf. An der Wand unter ihnen prangt in weiß auf rot das Arsenal Logo und "Champions of Europe".
Am 26. Mai 2025 feierten die Spielerinnen von Arsenal ihren Champions-League-Titel in London, Kapitänin Leah Williamson hebt den Pokal in die Höhe. Foto: IMAGO/Sports Press Photo

Wie gut die Übertragungen bei Disney+ sein werden und vor allem wie viele europäische Sportfans tatsächlich den Anbieter wechseln, wird sich zeigen. Der Streamingdienst lässt vom zum Konzern gehörenden ESPN produzieren, Live-Sport-Expertise ist also vorhanden. Den Ausschlag gegeben hat laut Guardian, dass Disneys Angebot nicht nur finanziell, sondern auch bei der Produktionsqualität besser gewesen sein soll als das von DAZN. Trotzdem waren die ersten Reaktionen unter Fans international gemischt.

Champions-League- und Europa-Cup-Qualifikation

Es gibt neuerdings insgesamt drei (statt zwei) Qualifikationsrunden, durch sie werden neun Teams ermittelt, die in der Ligaphase des Hauptwettbewerbs in der Champions League spielen. Sie gesellen sich zu den neun Teams, die bereits sicher qualifiziert sind, wie Bayern München und der VfL Wolfsburg. Bei den drei Qualifikationsrunden gibt es nach wie vor die Unterteilung in den „Champions Path“ und den „League Path“ (das wäre ja sonst mit der Liga-Phase im Haupt-Wettbewerb nicht verwirrend genug).

Im „Champions Path“ treten die Meisterinnen aus den europäischen Ligen unterhalb der Top 6 laut UEFA Fünfjahres-Wertung gegeneinander an. Im „League Path“ sind es die Vize-Meisterinnen und/oder Drittplatzierten aus den Top-Ligen. Hier ist also in diesem Jahr aus Deutschland Eintracht Frankfurt mit dabei. Dadurch, dass Deutschland in der Fünfjahreswertung der UEFA auf den 4. Platz abgerutscht ist, gibt es ab der Saison 2026/27 erstmal wieder nur einen direkten Platz für die Meisterinnen und einen Quali-Platz für die Vize-Meisterinnen. (Danke für den Hinweis an Midea.)

Drei Qualifikationsrunden

Die ersten beiden Qualifikationsrunden werden als Mini-Turniere zwischen vier Teams ausgetragen, die jeweils von einem Verein gehostet werden. Die erste wurde bereits Ende Juli und Anfang August gespielt, wer die Finalspiele gewinnt, ist weiter. Das sind in diesem Jahr: RFC Union (Luxemburg), TJ Spartak Myjava (Slowakei), FK Ljuboten (Normazedonien), ABB Fomget (Türkei), Athlone Town (Irland) und KSK Lanchkhuti (Georgien).

Die zweite Qualifikationsrunde folgt am 27. und 30. August. Inter Mailand zum Beispiel hostet eines der Mini-Turniere mit SK Brann Bergen, Valur Reykjavík und dem SC Braga. Hier kommen wieder die Gewinnerinnen weiter in die nächste Champions-League-Quali-Runde. Die Zweit- und Drittplatzierten dürfen später im Jahr im neuen UEFA Women’s Europa Cup ran. Die Letzten scheiden komplett aus.

Fußballspielerin Lina Magull im blau-schwarz-gestreiften Trikot von Inter Mailand während des Spiels auf dem Rasen mit Ball am Fuß, sie hat ihre Zunge in den Mundwinkel geklemmt und schaut konzentriert.
Für Inter am Ball: Lina Magull, hier beim letzten Spiel Mitte Mai 2025 in der Serie A gegen Turin. Inter nimmt zum ersten Mal am internationalen Wettbewerb teil. Foto: IMAGO/Sportimage

In der dritten Quali-Runde gibt es Hin- und Rückspiele (11. und 18. September). Eintracht Frankfurt tritt als Team aus einer Top-6-Liga direkt in der 3. Qualifikationsrunde im „League Path“ an, die Auslosung dafür ist am 31. August. Die Siegerinnen schaffen es in den Hauptwettbewerb der Champions League und nehmen an der Ligaphase teil, die Verliererinnen starten in der 2. Runde des Europa Cup.

Liga-Modus in der Champions League

Im Hauptwettbewerb gibt es statt der Gruppenphase mit 16 Teams neuerdings eine Liga-Phase mit 18 Teams. Jedes davon spielt gegen sechs andere Klubs und hat dabei drei Heim- und drei Auswärtsspiele. Es gibt also keine Hin- und Rückspiele gegen dieselben Gegnerinnen mehr. Los geht es am 7. und 8. Oktober, die Auslosung findet am 19. September statt. Dafür werden die Vereine nach ihrem UEFA-Klub-Koeffizienten der Stärke nach in drei Töpfe aufgeteilt, jeder Klub spielt gegen zwei Teams aus jedem der drei Töpfe. Die Top 4 in der Tabelle nach dieser Runde erreichen direkt das Viertelfinale, die Plätze 5 bis 12 spielen in Playoffs um die restlichen vier Plätze.

Champions-League-Finale in Oslos Ullevaal-Stadion

Das Finale steigt diese Saison zwischen dem 22. und 24. Mai 2026 in Oslo im Ullevaal-Stadion. Hier wurden 1987 die Halbfinalspiele und das Finale der EM ausgetragen und zehn Jahre später erneut das EM-Finale. Im norwegischen Vereinsfußball der Frauen war das Ullevaal außerdem von 1978 bis 2005 das Finalstadion für den nationalen Pokal – ein durchaus geschichtsträchtiger Spielort also zum Champions-League-Jubiläum.

UEFA Women’s Europa Cup im K.O.-Modus

Dazu gibt es mit dem Europa Cup erstmal einen komplett neuen, zweiten UEFA-Vereins-Wettbewerb im europäischen Fußball der Frauen. Und falls ihr euch das beim Blick auf das Titelbild gefragt habt: Nein, die Trophäe dafür wurde noch immer nicht offiziell vorgestellt.

Zwei Sipelerinnen im Kampf um den Ball, im Vordergrund eine Spielerin im dunklen Trikot, die den Ball in der Luft vor sich hat, links hinter ihr im türkisen Trikot ihre Gegenspielerin, die sie leicht am Arm festhält und ebenfalls auf den Ball fokussiert ist.
Liga-Spiel in der Ukraine im Oktober 2024, Metalist 1925 Kharkiv gegen Kolos Kovalivka, gespielt wurde in Shchaslyve in der Nähe von Kiew. Links Iryna Mayborodina für Kolos im Zweikampf mit Tamila Khimich von Metalist. Mayborodina hat Kolos in diesem Sommer verlassen. Foto: IMAGO/Sports Press Photo.

Bereits direkt qualifiziert sind die Tabellendritten der Verbände 8 bis 13 in der UEFA-Koeffizienten-Liste und die Vizemeisterinnen der Verbände 18 bis 24 (Russland ist nach wie vor disqualifiziert), also 13 teilnehmende Vereine. Das sind 2025/26: Ajax Amsterdam (Niederlande), RSC Anderlecht (Belgien), ŽFK Spartak Subotica (Serbien), HB Køge (Dänemark), Rosenborg Trondheim (Norwegen), KuPS Kuopio (Finnland), Sturm Graz (Österreich), Kolos Kovalivka (Ukraine), GC Zürich (Schweiz), FK Partizani (Albanien) und Aris Limassol (Zypern). Für die drei letztgenannten ist es das Europapokaldebüt. Dazu kommen dann wie oben beschrieben einige der Klubs aus der Champions-League-Quali.

Eine Fußballerin im weißen Trikot lächelt in Richtung Kamera und zeigt mit dem Zeigefinger zum rechten Bildrand.
Die nordmazedonische Angreiferin Gentjana Rochi spielt bereits seit 2019 in Finnland und für Kuopio, hier 2023 in der Quali gegen Spartak Subotica. Rochi spielte in Deutschland für Leverkusen und BV Cloppenburg. Foto: IMAGO/Gonzales Photo.
Eine Spielerin im blau-weiß-gestreiften Trikot läuft mit Ball am Fuß auf die Kamera zu, ihr Blick ist nach unten auf den Ball gerichtet, hinter ihr eine Gegenspielerin, die ihr folgt und auf den Ball zwischen ihren Füßen schaut.
Spartak Suboticas Kapitänin Violeta Slović im Jahr 2023. Damals spielte Spartak gegen Rosengård in der Champions League Qualifiaktion. Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire.

Der Europa Cup hat zwei eigene Quali-Runden, wobei die erste sich mit der 3. Champions-League-Quali-Runde überschneidet. Nach den beiden Quali-Runden geht es dann direkt ins Achtelfinale. Gespielt wird immer im K.O.-Modus mit Hin- und Rückspiel, sehr oldschool auch im Finale, wer dann Heimrecht hat, wird ausgelost. Zeitlich angesetzt sind die beiden Finalspiele für den 25. oder 26. April sowie den 2. oder 3. Mai 2026. Wer den Wettbewerb gewinnt, qualifiziert sich für die dritte Runde der Champions-League-Quali der kommenden Saison.

Im nächsten und letzten Teil geht um das liebe Geld – und wie die verschiedenen Änderungen in der 1. Bundesliga, im DFB-Pokal und Liga-Unterbau und eben in den internationalen Wettbewerben eigentlich aus deutscher Liga-Perspektive zu bewerten sind.

Trophäe im Beitragsbild: IMAGO/Anadolu Agency

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Annika Becker berichtet als freiberufliche Journalistin unter anderem für sportschau.de über die Bundesliga der Frauen und beleuchtet die strukturellen wie sportlichen Themen im Fußball. Seit 2022 gehört sie zur Jury des Guardian für die Wahl der „100 Best Female Footballers In The World“. Becker ist Teil der Crew von „FRÜF – Frauen reden über Fußball“, ansonsten ist als Expertin zum Beispiel im DLF oder bei der BBC zu hören - und natürlich bei "Becker & Pfeiffer - Der Fußballpodcast". An den Wochenenden findet man sie auch privat meist im Stadion, denn Beckers Fußball-Herz schlägt für zwei Ruhrgebietsvereine: den FC Schalke 04 und die SGS Essen.

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