Alexandra Popp, die Hände vors Gesicht geschlagen, so dass es komplett verdeckt ist, gehüllt in eine grüne Wolfsburg-Decke. Im Hintergrund in einer leichten Unschärfe Mitspielerinnen und Staff-Mitglieder, um sie herum Dunkelheit. Credit: IMAGO/Beautiful Sports

Bundesliga der Frauen: Reformwille ja, Investitionswille nein

Es besteht Einigkeit darüber, dass der Fußball der Frauen in Deutschland dringenden Reformbedarf hat. Nicht erst seit dem Aus sämtlicher Clubs in der Gruppenphase der Women’s Champions League ist klar, wenn nicht endlich gehandelt wird, verpasst die Spitze der Bundesliga international den Anschluss.

Wie das Thema angepackt werden soll, darüber können sich die verschiedenen Parteien allerdings nach wie vor nicht einigen. Was – nicht nur, aber auch – daran liegen mag, dass noch immer zu viel übereinander statt miteinander geredet wird. Der Verband übt sich bei seinem nach eigenen Aussagen bereits vor einem Jahr begonnenen Prozess für einen Wachstums und Professionalisierungsplan zudem in Geheimniskrämerei, auch wenn der DFB selbst lieber von vertraulichem Dialog mit den Vereinsverantwortlichen spricht.

Pernille Harder (FC Bayern), rechts im Bild, versucht mit Sandy Baltimore (Paris SG), links etwas weiter vorne, Schritt zu halten. Baltimore wirkt komplett konzentriert auf den Ball, Harder hat eine Hand vorm Gesicht in der Bewegung und wirkt angestrengt. Hinter den beiden in völliger Unschärfe ein Zuschauer*innen-Rang. Credit: IMAGO/foto2press
Derzeit kommen die Vereine der Bundesliga im internationalen Vergleich nicht hinterher. (Credit: IMAGO/foto2press)

Vertraulich ist der allerdings schon länger nur von einer Seite – und auch das ist Teil des Problems. Ein anderes? Die nach wie vor offene Frage, woher das für Reformen benötigte Geld kommen soll. Der Vorschlag Investor mitten hinein in die heftigen Proteste der Fans in der Bundesliga der Männer, die versuchten, just diesen Prozess zu stoppen, liefert insgesamt dennoch kein glückliches Bild ab. Zwar ist das Thema differenziert zu betrachten, wozu gehört, sich möglichen Bewertungsunterschieden nicht zu verschließen.

In den Überlegungen finden sich etliche Anlehnungen an den Fußball der Männer. Dabei war immer die Rede davon, den Fußball der Frauen in seiner Einzigartigkeit zu bewahren.

Mara Pfeiffer für die Jungle World

Das Timing war dennoch misslich, die Reaktionen entsprechend wenig begeistert. Ebenfalls seit dem Winter liegt ein Papier von Katja Kraus und Axel Hellmann auch für Fußball kann mehr vor, das sich an vielen Stellen durchaus ähnlich liest. Wieso also setzen sich nicht endlich alle Beteiligten konstruktiv zusammen?

Die Initiative dafür müsste freilich vom Verband ausgehen. Mit dem derzeitigen Prozess wird man den Spielerinnen jedenfalls nicht gerecht: mal wieder. Über das Papier des DFB ebenso wie das von FKM und die angespannte Lage im wichtigen Reformprozess schreibt Mara in ihrem Artikel für Jungle World.

Beitragsbild: IMAGO/Beautiful Sports | Foto: IMAGO/foto2press

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Mara Pfeiffer begleitet als Journalistin seit vielen Jahren den 1. FSV Mainz 05 mit Analysen und Kolumnen. In TV- & Radio ist sie als Expertin rund um Fußballthemen auf und neben dem Platz zu Gast. Sie gehört zur Crew von „FRÜF – Frauen reden über Fußball“. Für Sport1 spricht Pfeiffer im Podcast „Flutlicht an!“ mit Menschen über Fußball, die zu wenig im Rampenlicht stehen. In ihrer web.de-Kolumne schreibt sie über gesellschaftliche Schieflagen und wie diese sich im Fußball wiederspiegeln. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur und Autorin von neun Büchern, darunter Sachbücher und Krimis rund um Mainz 05, sowie die Biografie von Wolfgang Frank. Das Medium Magazin wählte Pfeiffer bei den Journalist*innen des Jahres im Sport 2022 auf Platz 3.

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